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Aufführung „Der geraubte Schlaf“

Am 24.5. um 15 Uhr wird mein Theaterstück „Der geraubte Schlaf“ aufgeführt. Aufführungsort ist die Aula der Evangelischen Schule Steglitz, Beymestr. 6-7, 12167 Berlin. Es spielen, singen und tanzen die Kinder die Theater- und Musical AG der Evangelischen Schule Steglitz, inszeniert und mit Musik versehen von Eva-Maria Wolf. An der Bratsche spielt Katharina Wolf, am Klavier Mira Anindita. Es gibt keinen Eintritt, Spenden sind willkommen.

Wir freuen uns über zahlreiches Erscheinen!

Rapunzel-Aufführung in Berlin

Ein wenig Werbung in eigener Sache:

Im Januar spielen ich und zwei meiner Kinder in einer Theateraufführung von Rapunzel mit:

Aufführungstermine:

Fr. 10.01.2014 / 16.00 Uhr

Sa. 11.01.2014 / 16.00 Uhr

So. 12.01.2014 / 16.00 Uhr

Fr. 17.01.2014 / 10.30 Uhr

Sa. 18.01.2014 / 16.00 Uhr

 

Kartenvorbestellung unter: 030 / 6867785 (AB)

und der Flyer:

Spielort
Gemeinschaftshaus Gropiusstadt
Kleiner Saal
Bat-Yam-Platz 1
12353 Berlin

Veranstalter: Vineta-Bühne e.V.

IRRLICHTER – Notizen und Entstehungsprozess

Wie ich lesen, hat euch die Geschichte gefallen. Das freut mich sehr ;). Daher möchte ich hier noch ein paar kleine Zeilen zu Entstehung und Produktion des Theaterstückes schreiben:

1. Entstehungsgeschichte

Der Plan war mit der Theater-AG meiner Tochter ein Theaterstück aus Improvisationen und Brainstorming zu entwickeln. Ähnliches hatte ich bereits selbst während meines Studiums ausprobiert und es war eine sehr spannende und lehrreiche Erfahrung. Nun mußte ich feststellen, dass es etwas anderes ist, mit zwanzig Kindern zwischen 6 und 10 Jahren zu brainstormen als mit fünf Erwachsenen über zwanzig. Im Endeffekt ist es dann so gekommen, dass die Kinder ihre Wünsche geäußert haben und ich mich daran gesetzt habe, das Theaterstück zu plotten. Danach habe ich den Kindern die Geschichte erzählt und sie nochmal um Kritik gebeten, bevor ich den Dialog entgültig geschrieben habe.

Hier sind die Wünsche, die am meisten genannt wurden und nach denen ich mich dann gerichtet habe:

Es sollte eine Detektivgeschichte werden. Es sollte etwas mit Freundschaft zu tun haben. Entweder sollten Feinde Freunde werden oder Freunde, die sich zerstritten hatten, sich wieder vertragen. Es sollte jemand gerettet werden und es sollte im Urlaub spielen.

Als klar war, dass ein Mädchen verschwunden ist, von dem alle dachte, es wäre entführt, wurde noch gewünscht, dass es zum Schluss auch eine echte Entführung sein sollte, was mein damaliges Konzept ein bisschen umgeworfen hat, da ich zunächst die Geschichte im Kopf hatte, das Mädchen wäre weggelaufen, weil ihre Eltern sich im Urlaub andauernd streiten und nun auch die anderen Kinder hässlich zu ihr sind und sie würden sie bei einer Großmutter oder Tante in der Nähe finden, zu der sie sich geflüchtet hatte. Aber Wunsch ist eben Wunsch und ich hatte versprochen, das Stück so zu schreiben, wie die Kinder das wollten, also ist es am Ende doch eine echte Entführung geworden.

Komischerweise hatte damit nun wieder die Mutter eines Mädchens Probleme, die der Meinung war, eine solche Geschichte wäre doch zu grausam und nicht kindgerecht. Das Mädchen wurde dann auch kurz darauf, angeblich wegen Zeitmangels, aus der AG genommen. Schade, aber wahr. Sie war nämlich eine gute Schauspielerin.

Im Entstehungsprozess hatten sich alle Kinder gewünscht, wieviel Text sie haben wollten und es wurde klar, dass sie die Wichtigkeit der Rolle an der Anzahl ihrer Sätze bemessen, was natürlich ganz großer Quatsch ist. Ich habe jedenfalls versucht, dadurch, dass die beiden Gruppen der Ferien- und der Dorfkinder Protagonist und Antagonist sind, keine wirklichen Hauptrollen entstehen zu lassen und die Möglichkeit offenzulassen, jeder Rolle das gleiche Gewicht zu geben.

2. Produktionsprozess

Die meiste Zeit während der Einstudierung haben wir damit verbracht, die Szenen zu stellen, was sich als eine große Herausforderung herausgestellt hat, da zum Teil mehr als zehn Kinder gleichzeitig auf der Bühne waren, aber letztlich hat es doch geklappt.

Als das größte Hindernis zum Schauspiel hat sich der Text herausgestellt, weil die Kinder erst lernen mußten, dass man auf der Bühne anders sprechen muss als im wirklichen Leben, möchte man vom Zuschauer verstanden werden. Folglich wurden im Laufe der Proben unsere Schauspielübungen immer mehr zu Sprechübungen, damit die Zuschauer bei der Premiere das Stück überhaupt verstehen.

Zweitens ist mir aufgefallen, dass es viele Kinder gibt, die nicht wissen, dass man mit seinem Körper überhaupt spielen kann und dass man, solange man auf der Bühne ist, präsent und in seiner Rolle sein muss. Sobald der Text gesprochen war, wurde wieder geträumt.

Auf diese beiden Punkte würde ich jedenfalls bei der nächsten Produktion mehr Wert legen und diese noch genauer erarbeiten. Aber für die Zeit, die wir hatten, bin ich sehr zufrieden mit der Aufführung.

Nochmal? Dann zu Vorwort und Figuren

Kasperle und der unheimliche Schneemensch

Bei uns steht mal wieder ein Geburtstag an. Mein kleiner Sohn wird in einer Woche vier Jahre alt und ich plane ein Kasperstück aufzuführen. Es ist sehr einfach gehalten, da nur zwei Figuren vorkommen und gut von einer Person zu spielen. Hier ist es:

KASPERLE UND DER UNHEIMLICHE SCHNEEMENSCH

Der Vorhang geht auf. Wir sehen den verschneiten Winterwald und die Räuberhöhle. Der Räuber kommt aus seiner Höhle und bibbert.

Räuber: Huh, ist mir kalt. Heute Nacht ist mir das Feuer ausgegangen.

Er schaut neben seine Höhle. Dort liegt nichts.

Räuber: Nanu, kein Feuerholz mehr da? (stöhnt) Dann muss ich ja in den Wald und sammeln gehen. Noch nicht einmal einen Pullover hab ich, den haben letzten Winter die Motten als Weihnachtsmahl gegessen. Hoffentlich treffe ich unterwegs jemanden, dem ich seinen warmen Mantel klauen kann. Aber irgendwas zum Anziehen muss ich doch haben …

Räuber verschwindet wieder in seiner Höhle.

Kasperle kommt mit einem Geschenk in der Hand den Weg daher. Er trägt eine warme Wintermütze und einen Schal.

Kasperle: Tritratrullala, Tritratrullala, der Kasperle ist wieder da! Hallo Kinder! Puh ist das kalt hier. Seid ihr auch alle da? (Kinder antworten.) Wisst ihr, was heute für ein Tag ist? Heute ist Pauls Geburtstag und ich bin eingeladen. Ich bin schon ganz aufgeregt. Ich bin gerade auf dem Weg zu ihm. Ich muss nur noch durch diesen Wald wandern. Kennt ihr ein Wanderlied? (Kinder schlagen ein Lied vor.) Oh, schön. Wollen wir das zusammen singen? Dann sind wir bestimmt ganz schnell da.

Kasperle und die Kinder singen das Lied, während Kasperle durch den Wald wandert. Der Räuber, in ein Betttuch verhüllt, lauert hinter den Bäumen. Plötzlich springt er hinter einem Baum hervor und stellt sich Kasperle in den Weg.

Räuber (vermummt): Halt!

Kasperle erschrickt.

Kasperle: Huch, wer bist du denn?

Räuber: Ich bin der unheimliche Schneemensch. Ich wohne jetzt hier im Wald.

Kasperle: Ja vor dir kann man ja Angst haben. Lass mich mal durch.

Räuber: Vor mir hat jeder Angst. Und ich lasse dich nur durch, wenn du mir deine Mütze  gibst.

Kasperle: Ach so ist das. Aber ich muss doch zum Geburtstag und ohne Mütze friert’s mich so an den Ohren. Wie wär’s, wenn ich rechts um dich herumgehe?

Geht einen Schritt nach rechts. Räuber geht auch einen Schritt nach rechts und versperrt Kasperle wieder den Weg.

Kasperle: Oder nach links?

Kasperle springt nach links. Der Räuber auch.

Kasperle: Oder doch lieber nach rechts?

Kasperle springt wieder nach rechts, doch der Räuber ist schneller.

Kasperle: Links? Rechts? Links? Rechts?

Kasperle versucht, an dem Räuber vorbeizukommen, doch dieser ist immer schneller. Schließlich gibt Kasperle außer Atem auf.

Kasperle: Puh, bist du gemein.

Räuber: Buh!

Kasperle springt zurück und zittert vor Schreck.

Kasperle: Na gut, ich geb sie schon.

Kasperle gibt dem Räuber die Mütze. Der Räuber gibt den Weg frei. Kasperle wandert weiter. Als Kasperle nicht mehr zu sehen ist, nimmt der Räuber das Bettlaken vom Kopf und setzt sich die Mütze auf.

Räuber (seufzt): Schon viel besser. Der Kasper, der war aber leicht hereinzulegen. Das werde ich gleich noch einmal probieren. Sein Schal sah so schön mollig aus und ich frier doch so schrecklich. Und das Geschenk! Das will ich auch haben. Ich bin so neugierig, was da drin ist. Am besten, ich verstecke mich dort vorn und warte.

Räuber zieht das Bettlaken wieder über den Kopf und versteckt sich hinter einem Busch. Kasperle kommt den Weg entlang. Er singt wieder das Wanderlied.

Der Räuber springt hinter dem Busch hervor.

Räuber: Buh!

Kasperle springt drei Schritte zurück.

Kasperle: Hast du mich aber erschreckt. Was willst du nun noch?

Räuber: Du läufst viel zu lange durch meinen Wald für eine einzige mickrige Mütze. Gib mir deinen Schal!

Kasperle: Aber dann frier ich ja auch noch am Hals!

Räuber (jammert): Aber du, du hast es doch gut, du kommst gleich ins Warme und isst leckere Geburtstagstorte und ich? Ich muss hier den ganzen Tag draußen im Wald verbringen! Ich werde noch sterben vor Kälte!

Kasperle: Na gut. Warte, ich muss ihn erst ausziehen.

Kasperle stellt das Geschenk hin und zieht den Schal aus.

Räuber (leise zu den Kindern): Haha, auf die Gelegenheit hab ich gewartet.

Räuber  nimmt das Geschenk und versteckt es unter dem Bettlaken. Kasperle reicht ihm den Schal. Räuber nimmt ihn.

Räuber: Vielen Dank! Jetzt muss ich mich aber beeilen!

Geht schnell ab. Kasperle schaut ihm verwundert hinterher.

Kasperle: Der hatte es aber plötzlich eilig. Huh, ist mir kalt! Schnell weiter. (schaut sich suchend nach dem Geschenk um) Aber wo ist denn das Geschenk? Kinder, habt ihr das Geschenk gesehen? Das hab ich doch hier abgestellt. (Kinder berichten, was geschehen ist.) Was? Der Schneemensch hat das Geschenk geklaut? Wie? Der Schneemensch ist in Wirklichkeit der Räuber Stinkstiefel? Warum habt ihr mir das nicht gleich gesagt? Na warte! (Kasper hebt eine Astgabel vom Waldboden auf.) Der kann was erleben. Schnell hinterher, dann holen wir ihn noch ein!

Kasperle rennt mit dem Stock in der Hand dem Räuber hinterher. Kurz vor der Räuberhöhle hat er ihn eingeholt.

Kasperle: Huhu! Schneemensch! Ich hab noch was für dich!

Der Räuber hält inne und dreht sich um.

Räuber: Nanu, ich dachte du wärst schon längst auf der Geburtstagsfeier! Was ist denn das für eine komische Gabel?

Der Räuber geht vorsichtig einen Schritt zurück.

Kasperle (feierlich): Die. Die schenke ich dir. Damit du nie mehr frieren musst.

Räuber: Nie mehr frieren? Wie soll denn das gehen?

Kasperle: Das ist eine Zauber-Wärme-Gabel oder modern ausgedrückt eine mobile Heizung.

Räuber (neugierig): Und wie funktioniert die?

Kasperle: Ich zeig es dir. Aber ich warne dich, in der Aufwärmphase wird es etwas zwicken, aber danach wird dir mollig warm werden. Du musst dich nach vorne beugen.

Der Räuber beugt sich nach vorne.

Räuber: So?

Kasperle: Ja, so ist es genau richtig.

Kasperle nimmt den Stock, holt aus und haut dem Räuber auf den Po.

Räuber: Au

Kasperle: Merkst du schon was?

Räuber: Warm ist es noch nicht.

Kasperle: Na, dann nochmal.

Kasperle haut wieder zu.

Räuber: Au, au.

Kasperle: Wie gesagt, in der Aufwärmphase völlig normal.

Kasperle haut wieder zu. Der Räuber springt auf und beginnt im Kreis zu rennen. Kasperle rennt hinterher und haut weiter.

Räuber (jammert): Hör auf, hör auf!

Kasperle: Was denn? Ist dir schon warm? So schnell hat es noch bei keinem funktioniert!

Räuber: Ja, mir ist schon ganz warm, wirklich richtig doll warm! Hör bloß auf damit!

Kasperle: Soll ich nicht noch mehr?

Räuber: Nein.

Kasperle: Fein. Wenn dir jetzt so schön warm ist, kannst du mir ja meine Mütze und meinen Schal zurückgeben.

Räuber: Eh.

Kasperle: Ich kann auch weitermachen.

Räuber: Nein, bloß nicht!

Der Räuber zieht die Mütze und den Schal aus und gibt die Sachen Kasperle.

Kasperle: Und übrigens? Hast du mein Geschenk zufällig im Wald gefunden? Ich habe es nämlich verloren und ohne Geschenk kann man doch nicht auf einer Geburtstagsfeier erscheinen.

Räuber zögert. Kasperle droht ihm mit dem Stock.

Räuber: Ehm, ja, ganz zufällig habe ich dein Geschenk gefunden.

Er holt das Geschenk heraus und gibt es Kasperle.

Kasperle: Das ist aber nett von dir. Vielen Dank!

Der Räuber bibbert.

Kasperle: Sag mal, was ich nicht verstehe: Wie kannst du eigentlich frieren, wenn du doch ein Schneemensch bist?

Räuber zieht das Laken vom Kopf. Er weint fast.

Räuber: Eigentlich bin ich gar kein Schneemensch, sondern nur der Räuber. Und in meiner Höhle war das Feuer ausgegangen und den letzten Pullover hatten die Motten als Frühstück und Feuerholz war auch keins mehr da und da …

Kasperle: … hast du dir gedacht, du kannst dir die warmen Sachen zusammenrauben. Schämst du dich gar nicht?

Räuber: Doch, ein bisschen schon. Aber ich hab doch so gefroren.

Kasperle überlegt.

Kasperle (zu den Kindern): Kinder? Sollen wir den Räuber mit zu Pauls Geburtstag nehmen?

Die Kinder antworten.

Kasperle: Gut. (zum Räuber) Ich mache dir einen Vorschlag. Ich nehme dich mit auf Pauls Geburtstag, dort ist es schön warm und Kuchen gibt es auch. Aber du musst ein Geschenk mitbringen.

Räuber: Ich hol schnell eins aus meiner Höhle.

Räuber geht in die Höhle und kommt mit einem Geschenk wieder. Kasperle hebt die Astgabel  auf.

Kasperle: Die nehme ich mit. Und wenn du wieder lange Finger machst, wird dir eingeheizt!

Räuber: Nein, nein. Ich will wirklich ganz brav sein.

Beide fangen wieder an zu singen und wandern los. Nach einer Weile bleibt Kasperle stehen.

Kasperle: Hier sind wir.

Er läutet ein Glöckchen.

Kasperle: Ist denn der Paul da?

Paul antwortet.

Kasperle: Hier. Das habe ich dir mitgebracht.

Kasperle reicht Paul das Geschenk. Der Räuber reicht sein Geschenk.

Räuber: Und ich das hier.

Kasperle: Und jetzt wollen wir alle zusammen dem Paul ein Geburtstagslied singen.

Alle singen zusammen „Viel Glück und viel Segen.“

ENDE

 

IRRLICHTER – Szene 9

Erzähler: Die Sommerferien sind vorbei. Die Schulkinder und ihre Familien reisen ab und überlassen den Zeltplatz den Dauercampern und den älteren Leuten. Ab heute wird es wieder ruhiger werden im Ort, aber vielleicht auch ein Stück langweiliger.

Der letzte Tag in den Ferien. Die Kinder spielen wieder “Münchhausen”. Dorfkinder und Ferienkinder bunt gemischt. Taschen und Koffer stehen beisammen. Die Zelte sind abgebaut. Tine bekommt den Ball.

Tine: Ich bin diesen Sommer entführt worden.

Die anderen lachen.

Mara: Damit kannst du uns nicht mehr beeindrucken.

Elternstimme: Tine, Tine wir fahren!

Die Kinder hören auf zu spielen und stehen sich gegenüber. Alle verabschieden sich von Tine.

Tim: Na dann mach’s gut und gute Heimreise.

Elternstimme: Kinder, Kinder wir wollen los.

Die Kinder umarmen sich zum Abschied.

Katinka: Kommt ihr wieder?

Kathrin: Sollen wir denn?

Petra: Klar, aber dann machen wir aber ne richtige Moorwanderung. Wenn die Hälfte von euch ankommt, ist das gut.

Kai: Wir haben keine Angst vor euch.

Annika: Wie wär’s, wenn ihr uns mal besuchen kommt?

Fleur: Au ja.

Frieda: Schon ganz nett, aber mal ehrlich, wer will denn schon in der Stadt Urlaub machen?

Klara: Ok, wir kommen wieder, aber sagt nicht, wir hätten euch nicht gewarnt!

Alle lachen.

Elternstimme: Kinder, Kinder!

Kinder nehmen die Koffer und gehen ab. Sie winken.

Tine: Also tschüss! Bis nächstes Jahr!

ENDE

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IRRLICHTER – Szene 8

Die Kinder kommen draußen vor der Seekate an. Sie flüstern.

Erzähler: Die Kinder haben das ehemalige Restaurant erreicht. Auf der Rückseite des Hauses fällt die Klippe steil zum Strand ab. Dort ist ein Teil der Hauswand bereits eingestürzt. Nur von dem etwas eingerückten Wintergarten, an dessen Rückseite eine hölzerne Außentreppe auf den darüber liegenden Balkon führt, stehen noch alle drei Seiten.

Frieda: Im oberen Stockwerk sind ein paar Dielen durchgebrochen. Man kann den ganzen Saal überblicken. Am besten, wir checken zuerst von dort die Lage.

Kai: Von oben? Wie denn? Ich mein, ich wär zwar gern Spiderman, aber …

Julina: Du wirst schon sehen.

Die Dorfkinder führen die Ferienkinder um das Haus herum zu der morschen Außentreppe, die an der Rückseite des Hauses auf den Balkon führt. Sie gehen hinauf und klettern durch ein zerbrochenes Fenster ins Innere des Hauses. Derweil gibt Frida flüsternd Anweisungen, da es stockfinster ist.

Frieda: Hier lang. Vorsicht, die Treppe ist ein wenig morsch. Da, durch das Fenster. Achtung, dass ihr euch nicht an den Glassplittern schneidet. Leise. Hier ist das Loch im Boden. Man kann alles sehen, was im unteren Stock vor sich geht.

Eilika: Ich seh gar nichts. Zu dunkel.

Tim: Doch da. Da zündet sich jemand eine Zigarette an.

Mara: Es sind zwei. Ich hab’s genau gesehen. Tine ist auch da. Der mit der Zigarette hält Wache und der andere schläft neben Tine.

Maria: Wir müssen ihn irgendwie weglocken.

Klara: Das sollte doch kein Problem sein, oder?

Annika: Was ist, wenn sie uns entdecken? Das sind zwei erwachsene Männer. Gegen die haben wir keine Chance.

Frieda: Gefesselt können sie uns nichts tun.

Ihr Blick fällt auf die Feuerwehrschläuche.

Wenige Zeit später.

Erzähler: Kurze Zeit später haben sich die Kinder an verschiedenen Orten in und um das Haus herum versteckt.

Der Saal des ehemaligen Restaurants zu ebener Erde. An der Decke hängt ein großes Fischernetz, Dekoration aus längst vergangener Zeit. In den Ecken des Raumes steht allerlei Gerümpel, unter anderem mehrere alte Feuerwehrschläuche.

Wie schon im Moor sind plötzlich am Fenster Lichter zu sehen. Heiko, der Wache hält, geht pflichtbewusst zum Fenster, um nachzuschauen, was da los ist. Als er da ist, kann er nichts entdecken. Er dreht sich wieder um und geht zurück. Von draußen ist ein sehr lautes Geräusch zu hören. Er fährt herum. Wieder geht er zum Fenster und versucht etwas zu erkennen, doch es ist nichts zu sehen. Er geht wieder zurück und setzt sich hin. Ein Licht von draußen strahlt ihm direkt ins Gesicht. Er springt auf und läuft zum Fenster. Das Licht ist weg. Er wird unruhig.

Heiko: Was ist denn da los?

Er geht zur Tür, schließt sie auf und geht nach draußen. Inzwischen schleichen Katinka und Eilika zu Tine und wecken sie. Gleichzeitig wickeln Kai und Tim Klaus, den anderen Mann, in einen dicken Feuerwehrschlauch und stecken ihm einen Knebel in den Mund, bevor er noch richtig wach ist.

Eilika: Tine, Tine.

Tine: Was?

Katinka: Pst.

Eilika: Mist, ich krieg den Knoten nicht auf.

Heiko kommt von draußen wieder rein und sieht was passiert.

Heiko (brüllt): Klaus, du Depp! Wach auf!

Undeutliches Gemurmel zur Antwort. Eilika hat endlich Tines Fesseln gelöst.

Eilika (zu Tine): Los, schnell weg.

Heiko rennt auf die Kinder zu, die durch das Fenster klettern. Da fällt ein großes Fischernetz von der Decke. Klaus strampelt und schlägt um sich. Von allen Seiten stürzen sich Kinder auf ihn und wickeln ihn in den zweiten Feuerwehrschlauch ein. Er schreit aus Leibeskräften.

Tim: Ja brüll nur. Dich hört hier eh niemand.

Heiko ist still. Tim holt sein Handy aus der Tasche und tippt eine Nummer ein.

Katinka: Was machen wir jetzt mit ihnen?

Tim: Die Polizei kommt, sie abholen.

Die anderen kichern. Sie nehmen Tine in die Mitte und gehen ab. Kai zeigt den Entführern noch eine lange Nase.

weiter zu Szene 9

IRRLICHTER – Szene 7

Die Kinder stehen vor einem großen und einem kleinen Zelt. Alles ist dunkel.

Fleur: Hier ist Tines Zelt.

Annika: Das kleine hier gehört auch dazu. Dort habe ich ihre Eltern belauscht.

Klara (schaut vorsichtig erst in das große, dann in das kleine Zelt): Sie schlafen dort. (zeigt auf das große Zelt) In dem anderen sind nur Sachen. (zu Fleur) Kannst du dort hineinkrabbeln? Du bist die Kleinste von uns.

Fleur nickt und verschwindet geräuschlos im Zelt. Die anderen stehen Wache. Fleur kommt mit einem Brief in der Hand aus dem Zelt zurück.

Fleur: Das ist er.

Klara: Gut, dann nichts wie weg hier.

Die Kinder laufen zu dem großen Baum am Rande des Zeltplatzes. Einer nach dem anderen liest den Brief.

Katinka: Da will also jemand, dass Tines Vater, die Zulassung eines neuen Medikaments befürwortet. Und erst wenn das Medikament zugelassen ist, lässt er Tine frei.

Felix: Das ist doch Erpressung.

Annika: Ja, genau das ist es.

Fleur: Was ist eine Zulassung überhaupt?

Klara: Die Erlaubnis, dass das Medikament in der Apotheke verkauft werden darf.

Felix: Warum sollte Tines Vater das nicht tun?

Annika: Wahrscheinlich ist es nicht gut genug, oder sogar gefährlich.

Frieda: Damit wissen wir aber immer noch nicht, wo Tine steckt.

Die Kinder seufzen und schweigen. Einige gähnen.

Klara: Am besten, wir gehen jetzt schlafen und suchen morgen weiter.

Nele: Vielleicht hat uns Tine ja selbst verraten, wo sie ist. So wie Hänsel und Gretel. Was stand noch mal in dem Tagebuch?

Klara: Ich Esel! Natürlich! (zu den Dorfkindern) Wisst ihr, ob es hier in der Nähe eine Seemole oder Seekote oder so ähnlich gibt?

Petra: Klar, die Seekate. Das ist das leerstehende Restaurant, was direkt an den Klippen steht. Wegen Einsturzgefahr gesperrt.

Tim: Das perfekte Versteck.

Frieda: Na dann nichts wie los.

Alle springen auf und rennen davon.

weiter zu Szene 8

IRRLICHTER – Szene 6

Es ist Nacht. Susanne und Julia gehen auf einen Waldweg, der sich in einem Trampelfpad und schließlich ganz verliert, übers Moor.

Erzähler: Susanne und Julia gehen auf dem einzigen befestigten Pfad, der zum Teil über hölzerne Brücken und Stege führt, ins Moor hinein. Es liegt hinter den Dünen am Rand des kleinen Badeortes und ist der Schauplatz unzähliger Legenden und Gespenstergeschichten. Insbesondere Irrlichter sollen hier ihr Unwesen treiben.  Die Nacht ist auffallend kühl und dunstiger Nebel steigt aus dem feuchten, schlammigen Untergrund zwischen die Erlen auf. Der Vollmond am Himmel beleuchtet die Szene gespenstisch.

Unter Julias Füßen knackt das Unterholz deutlich hörbar.

Susanne (flüstert): Pscht. Leise.

Julia: Ich kann nicht. Unter meinen Füßen ist lauter Gestrüpp.

Susanne stolpert über eine Baumwurzel.

Julia: Siehst du.

Jammernd humpelt Susanne weiter. Julia geht schweigend neben ihr. Nur die Geräusche der Nacht sind zu hören.

Nach einer Weile.

Julia: Was meinst du, was sie vorhaben?

Susanne: Irgendwas Idiotisches, vermute ich. Da hinten ist der See.

Julia: Und wenn es doch nicht die Kinder sind, sondern … ein richtiger Entführer?

Susanne: Das haben wir doch alles besprochen.

Julia: Ich mein ja nur.

Susanne: Angst?

Julia schaut zu Boden.

Julia: Ich bin nur nicht gerne Lockvogel.

Susanne: Da drüben ist die Eiche.

Die beiden kommen an der Eiche an, an der ein großer weißer Zettel angepinnt ist. Susanne reißt den Zettel ab und liest ihn. Dann lacht sie.

Susanne: Na, was hab ich gesagt?

Sie gibt den Zettel Julia, die ihn laut vorliest.

Julia: “April, April, wer hierherkommt, wird reinfallen! Hoffentlich habt ihr Handtücher dabei.” Was soll denn das heißen?

Doch kaum hat Julia den Satz zu Ende gesprochen, wird den beiden das Holzbrett unter ihren Füßen mit einem Strick weggezogen. Julia und Susanne fallen hin, kullern den Abhang hinunter und landen mit einem lauten Platsch im See. Sie strampeln und prusten. Die Dorfkinder kommen mit Indianergeheul aus den Büschen hervor und stehen lachend am Ufer.

Eilika: Na, gefällt sie euch? Nachtwanderung mit anschließendem Mitternachtsbad, besondere Attraktion für unsere Feriengäste!

Katinka: Moorbäder sollen ja schön machen.

Maria: Das hilft das wohl nicht mehr.

Susanne (flüstert zu Julia): Jetzt.

Julia nickt. Dann stößt sie einen Schrei aus, der klingt, wie der eines verunglückten Vogels.

Eilika: Hast du nen Knall?

Julia: Nee, das mach ich immer wenn mir kalt ist. Ich denke, ihr habt gewonnen und wir gehen jetzt wieder zum Zeltplatz zurück. Umziehen. Schlafen.

Susanne und Julia steigen aus dem Wasser. In diesem Moment ist ein merkwürdiges Geräusch zu hören. Susanne fährt herum.

Susanne (ängstlich): Was war das?

Sophia: Was?

Susanne: Das Geräusch.

Wieder ist das Geräusch zu hören. Alle lauschen wie gebannt in diese Richtung.

Frieda: Das war der Wind.

Julia (ironisch): Jaja, der Wind, der Wind, das himmlische Kind.

Doch kurz darauf kreischt Julia auf und springt zur Seite. Alle anderen erschrecken ebenfalls und schauen sie entsetzt an.

Julia: Da war was Nasses an meinem Nacken.

Susanne (spöttisch): War wahrscheinlich auch der Wind.

Im Moor sind hier und da kleine Lichter zu sehen. Sie tauchen an bestimmten Stellen auf und verschwinden dann wieder.

Melanie: Schaut mal da.

Alle starren wie gebannt auf die Erscheinungen.

Victoria: Also meine Oma sagt immer …

Frieda: Sei ruhig.

Victoria: Also meine Oma sagt immer, Irrlichter gibt es wirklich.

Frieda (ärgerlich, um ihre Angst zu überspielen): Halt die Klappe.

Die unheimlichen Geräusche kommen wieder. Jetzt sind auch gemurmelte Worte von allen Seiten zu hören, die sich im Sprechgesang wieder und wieder wiederholen.

Irrlichter: Wer stört unsere Kreise? Wer verunglimpft unseren Namen? Wir kriegen euch und das Moor wird euch verschlingen.

Plötzlich sind überall um sie herum im Moor kleine Lichter zu sehen. Die Kinder schauen sich um und bemerken, dass Susanne und Julia verschwunden sind. Sie stehen allein im Moor.

Frieda: Wo sind sie denn hin?

Sophia: Ich hab Angst.

Frieda: Los kommt, haun wir ab.

Die Kinder gehen zusammengedrängt in die Richtung, aus der sie gekommen sind, doch von allen Seiten tauchen schwarz und braun vermummte Gestalten mit gruseligen Gesichtern auf, die sie nicht durchlassen und sie umringen. Als sie sie umstellt haben, nehmen alle gemeinsam die Masken ab. Es sind die Ferienkinder. Klara baut sich vor den verängstigten Dorfkindern auf.

Klara: Na, wer hat jetzt wen reingelegt?

Keine Antwort.

Klara: Wo ist Tine?

Frieda: Woher sollen wir das wissen?

Tim: Na ihr habt sie doch entführt.

Sophia: Haben wir nicht.

Klara (hält ihnen den Erpresserbrief vor die Nase): Der Brief ist nicht von euch?

Frieda: Wir wissen nicht, wo sie ist. Der Brief war nen Witz. Ihr habt doch selbst gelesen und überhaupt – ihr habt ihre Geschichte doch auch nicht geglaubt.

Tim: Bis sie verschwunden ist. Also, wo ist sie?

Stille.

Frieda: Tine ist noch immer nicht wiedergekommen?

Klara: Nein.

Betretenes Schweigen.

Annika: Moment mal. Hab ihr nur den Brief geschrieben oder auch noch einen an ihre Eltern?

Katinka (kleinlaut): Nur den.

Annika: Dann ist sie wirklich entführt worden.

Die anderen schauen sie fragend an.

Annika (ein wenig kleinlaut): Ich wollte … ich fand … ich wollte ihre Eltern einweihen und bin zu ihrem Zelt gegangen. Da hab ich ein Gespräch belauscht, in dem von einem Erpresserbrief die Rede war. Einem anderen, an ihre Eltern und …

Klara: … das bedeutet, dass sie tatsächlich wirklich richtig entführt worden ist.

Stille.

Frieda: Das tut uns wirklich schrecklich Leid mit dem Streich.

Julina: Wir müssen irgendwie den zweiten Brief lesen.

Tim: Wir? Heißt das, ihr helft uns?

Frieda: Ja.

Frieda hält Klara die Hand hin. Diese schlägt ein.

Susanne: Prima. Auf zum Zeltplatz. Ich muss sowieso in neue Klamotten schlüpfen.

Die anderen nicken und machen sich schweigend auf den Weg.

weiter zu Szene 7

IRRLICHTER – Szene 5

Auf dem Weg zurück zum Zeltplatz schlendern die Kinder nachdenklich nebeneinander her.

Kathrin: Ich wette, die Kinder aus dem Dorf haben den Brief geschrieben.

Mara: Warum? Das ergibt doch keinen Sinn.

Kathrin: Du hast es doch selbst gehört. “Das ist unser Haus. Je weniger Feriengäste, umso besser.”

Julia: Ich glaub nicht, dass Kinder so was tun würden.

Kathrin: Ich schon.

Annika: Und jetzt?

Klara: Wir tun, was in dem Brief steht. Eine andere Spur haben wir nicht.

Annika: Das kann sehr gefährlich werden.

Susanne: Dann sollten wir einen guten Schlachtplan parat haben.

Tim schaut nochmal auf den Brief.

Tim: Irrlichter? (überlegt) Wie erschreckt man Moorgeister? ….

Fleur hat inzwischen etwas auf dem Fußboden entdeckt und hebt es auf. Es ist ein kleines Büchlein.

Fleur: Hey, schaut mal.

Fleur zeigt das Buch den anderen. Tim erkennt es sofort.

Tim: Tines Tagebuch.

Kai: Zeig mal.

Fleur gibt Kai das Tagebuch. Kai blättert es aufmerksam durch.

Kai: Scheint nichts Interessantes drin zu stehen.

Tim nimmt ihm das Buch aus der Hand und schaut es ebenfalls durch. Dann schüttelt er  enttäuscht den Kopf. Auf der letzten Seite hält er erstaunt inne.

Tim: Was ist das?

Die anderen schauen ebenfalls neugierig auf die Seite.

Hanna: Das ist doch nur Gekritzel.

Tim: Nein, ist es nicht. Aber ich kann das kaum lesen. Was heißt denn das?

Frederike: Seekale, Seekole oder so ähnlich?

Nele: Das heißt Seemole. Klingt wie ein Ortsname hier in der Gegend. Moment, bin gleich wieder da.

Nele springt auf und kommt kurze Zeit später mit einer Karte und einem kleinen Büchlein zurück.

Nele: Tata! Ortsplan und Telefonbuch.

Sie klappen die Karte auf und suchen auf der Karte und im Telefonbuch fieberhaft nach den Namen. Schließlich schauen sie sich enttäuscht an.

Kai: Nirgendwo eine Seemole.

Mara: Hier auch nicht.

Kathrin: Versteh ich nicht, das muss doch ein Ort sein.

Klara (klappt entschlossen das Telefonbuch zu): Oder auch nicht. Darüber können wir uns später den Kopf zerbrechen. Wir haben noch viel zu tun bis Mitternacht.

weiter bei Szene 6

IRRLICHTER – Szene 4

Die alte Strandsauna in den Dünen. Hanna verfolgt eine Spur im Sand. Sie schaut auf und entdeckt das Haus. Ein Pfiff durch die Zähne. Vorsichtig geht sie um das Haus herum.

Hanna (ruft laut): Hey, kommt mal hierher. Ich hab was gefunden.

Die anderen Kinder kommen angerannt und betrachten die Strandsauna von allen Seiten.

Frederike: Eine Strandsauna.

Hanna: So, wie’s aussieht, steht sie leer.

Nele: Leise. Vielleicht is jemand drin.

Kai drückt die Klinke herunter und öffnet die Tür. Sie knarrt entsetzlich.

Hanna (triumphierend): Die Tür ist offen.

Alle Kinder schleichen in das Innere des Hauses und durchkämmen sämtliche Räume. Dann treffen sie sich im Flur wieder.

Klara (flüstert): Habt ihr was gefunden?

Die Kinder schütteln den Kopf.

Mara: Da waren wir noch nicht.

Mara zeigt auf eine Tür. Sie gehen hindurch und kommen in einen Raum, der vor kurzem benutzt worden zu sein scheint. Hier finden die Kinder zerschnittene Zeitungen, Schere und Klebstoff.

Kai: Schaut mal.

Die anderen werfen einen Blick auf die Zeitungen und schauen dann automatisch über ihre Schulter zur Tür.

Fleur (flüstert): Ob er noch da ist?

Kathrin: Woher weißt du, dass es ein ER ist?

Eine Tapetentür hinter ihnen geht auf. Eilika kommt hindurch.

Eilika (laut): Was macht ihr hier?

Die Ferienkinder schrecken zusammen und schauen sich um. Als sie sehen, dass es sich um ein Kind handelt, seufzen sie erleichtert.

Mara: Wir, äh, wir … weißt du, wer hier die Zeitungen so zerschnitten hat?

Eilika (spöttisch): Kein Ahnung.

Die anderen Dorfkinder kommen hinter dem einen durch die Tapetentür und bauen sich bedrohlich vor den Ferienkindern auf.

Mara schaut irritiert in die feindseligen Gesichter. Klara kommt ihr zu Hilfe.

Klara: Ehm, es ist nämlich … wir suchen ein Mädchen. Sie ist verschwunden …

Melanie: Hier ist sie nicht.

Frederike: Der Erpresserbrief …. er wurde aus Zeitungsbuchstaben zusammengestückelt.

Hanna: Könnt ihr uns vielleicht helfen, das Mädchen zu suchen?

Petra: Nein. Wir haben niemanden gesehen und auch kein kleines Mädchen. Und es wäre besser, wenn wir euch auch gleich nicht mehr sehen würden. Das ist unser Haus. Nur so nebenbei – verschwundene Feriengäste interessieren uns nicht, im Gegenteil, umso mehr umso besser.

Klara: (sauer) Wisst ihr, vielleicht sollte euch so was mal passieren, damit ihr mitreden könnt. Obwohl – sone Zimtzicken will wahrscheinlich eh niemand haben. (zu den anderen) Kommt wir gehen. Das war reine Zeitverschwendung.

Die Ferienkinder ab.

Die Dorfkinder brechen in Gelächter aus.

Sophia: Au weia. Wie kann man nur so’n Quatsch glauben.

Petra: Ist doch cool. Vielleicht kommen sie ja sogar wirklich ins Moor. Dann müssen wir uns ne gute Überraschung überlegen.

Fee: Ich wüßt schon was.

Melanie: Und was is nun mit dem komischen Mädchen? Is die jetzt wirklich verschwunden?

Petra: Is doch egal. Je länger sie wegbleibt, umso lustiger wird‘s.

Sophia: Wahrscheinlich is sie weggelaufen.

Frieda: Wirklich egal. (zu Fee) Los erzähl.

weiter bei Szene 5