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Zweite Theaterstunde

Ich habe ja geschrieben, dass man immer die Übungen mindestens einmal wiederholen sollte, bevor man etwas anderes tut. Nun ich habe mich selbst nicht dran gehalten … naja, fast oder teilweise ….

Hier kommt der Ablauf der zweiten Theaterstunde:

  1. Wir gehen alle wie eine lange Schlange in den Raum und zischen leise.
  2. Die Kinder setzen sich auf die Kissen und das Sockenmonster „Wuschel“ kommt heraus und begrüßt die Kinder. Die Kinder fragen schon nach der Ballübung mit der Bombe und der heißen Kartoffel.
  3. Wuschel muss gestehen, dass die Sockenmonster zu Hause die ganzen Bälle aufgegessen haben und wir daher nicht mit richtigen Bällen spielen können. Die Kinder lauschen ungläubig.
  4. Ich schlage vor, mit einem unsichtbaren Zauberball zu spielen und beginne das Spiel „Ballala“
  5. Dann verwandelt sich der Ball in meinen Händen in einen Hut. Ich forme ihn wieder zu einem Ball und gebe ihn dem nächsten Kind. Jedes Kind soll nun versuchen, den Zauberball in etwas anderes zu verwandeln. Nicht allen gelingt das. Bei diesem Spiel merke ich, dass ich darauf achten muss, dass die anderen tatsächlich raten, worum es sich handelt und nicht das Kind das selbst sagt. Dadurch lernen die Kinder, sich mimisch auszudrücken.
  6. Als nächstes wird das Spiel mit der Bombe verlangt. Ich frage die Kinder, ob sie es lieber mit einem echten Ball oder mit dem Zauberball spielen wollen. Sie entscheiden sich für einen echten Ball und wir nehmen einen aus einer Kiste im Kindergarten. Der Ball wird zu der heißen Kartoffel, die weitergegeben werden muss und der Bombe die sehr, sehr vorsichtig von einem Kind zum anderen geworfen werden muss. Dabei sollen die Kinder sich vorher mit Namen ansprechen, damit derjenige weiß, wer gemeint ist.
  7. Es wird Zeit, das Thema zu wechseln. In Vorbereitung auf Fasching haben wir das Lied „Der Cowboy Jim aus Texas“ gesungen und ich habe geplant, es nachzuspielen. Wir machen eine Schleichschule. Die Bösewichte schleichen sich an den schlafenden Jim. Er wacht auf und rennt weg. Die anderen rennen hinterher.
  8. Beim zweiten Durchgang ist der Floh dabei, der den Cowboy aufweckt.
  9. Dann singen wir das Lied dazu und versuchen, die Aktionen im Rhythmus des Liedes zu tun.
  10. Als Abschluss machen wir eine Tschüß-Rakete: Alle Kinder stehen im Kreis und legen die Hände aufeinander. Die Hände werden mit einem langen, lauten  „Tschüß“ in die Luft geworfen.

Grundsätzlich gilt bei der Theaterstunde das Prinzip der Freiwilligkeit. Ich frage vorher immer, wer Lust hat mitzumachen und es kommen nur Kinder mit, die dies wollen. Auch in der Stunde müssen die Kinder keine Übung mitmachen. Wer nicht möchte, darf zuschauen. Bedingung ist, dass das Kind leise ist und nicht stört. Wer absichtlich stört, wird rausgeschickt. Bisher ist mir das noch nicht passiert. Drückt mal die Daumen, dass es so bleibt!

Ich freue mich über eure Kommentare!

So, hier geht es zu:

Wie man eine Theaterstunde für Kindergartenkindern plant

1. Theaterstunde

Wie man eine Theaterstunde für Kindergartenkinder plant

In meinem Kinderladen mache ich seit kurzem eine Theaterstunde für die 3- bis 6-Jährigen und ich wollte euch teilhaben lassen, wie ich den Kurs und die einzelnen Stunden plane:

Orientiert habe ich mich an der „Musikalischen Lernwerkstatt“ von Valeria Borbonus, die sie uns in unserer Erzieherausbildung vorgestellt hat. Valeria ist Musikpädagogin und nimmt als Ausgangspunkt ihrer Stundenplanung jeweils ein Kinderlied, aus dem sie dann die gesamte Einheit assoziativ entwickelt. Da ich ja keine musikalische Früherziehung, sondern Theaterpädagogik mache, nehme ich statt des Liedes ein theatralisches Thema, um das sich die gesamte Stunde rankt.

Solche Themen sind beispielsweise:

  • Bälle
  • Tiere
  • Gegensätze (hoch-tief, laut-leise, schwer-leicht, hart-weich, schnell-langsam, da-weg)
  • Gefühle
  • Spiegel
  • weglaufen – verstecken – fangen
  • Reise
  • Puppen
  • Geräusche / Klang / Atem
  • Körper
  • Raum und Zeit
  • Reim und Rhytmus
  • Alltagsgegenstände (Küchenutensilien, Gegenstände zum Putzen, Büroartikel)
  • Roboter / Maschinen
  • Tücher / Decken / Seile
  • Steine / Stöcke / Naturmaterial

Als ersten Schritt assoziiere ich mit der Mind-Map-Methode alles, was mir zum gewählten Thema einfällt.

Meine Mind-Map zum Thema „Ball“ sah beispielsweise so aus:

Mind-Map zum Thema Ball
dies alles ist mir assoziativ zum Begriff „Ball“ eingefallen

Während ich die Mind-Map mache, fallen mir Szenen und Spiele ein, die ich mit den Kindern machen könnte. Aus der „Ball“-Mind-Map habe ich beispielsweise folgendes gelesen:

  • der Ball kann gegenständlich oder unsichtbar sein.
  • der Ball kann sich in verschiedene Dinge verwandeln: Ein Ei, aus dem ein Vogel schlüpfen kann, ein Samenkorn, aus dem eine Pflanze wächst, eine Glaskugel, in der man die Zukunft oder weit entfernte Orte sehen kann
  • die Kinder können sich selbst in einen Ball verwandeln und durch den Raum kugeln und rollen
  • die Kinder können sich mit dem Ball fangen und abwerfen, zum Beispiel als Schneeball
  • der Ball kann als Zauberball (wie die Nüsse bei Aschenbrödel) ein Geheimnis beherbergen, was mit dem entsprechenden Zauberspruch sichtbar gemacht werden kann

Als nächstes suche ich in Theaterbüchern Anregungen und erprobte Spiele. Aktuell verwende ich das Buch „Theaterspielen mit Kindern ab zwei Jahren“ von Petra Paula Marquart und Stefanie Jerg (Hrsg.). Ich kann das Buch nur empfehlen.

Nun kommt die „Musikalische Lernwerkstatt“ ins Spiel. Valeria baut ihre Stunden wie folgt auf:

Beginn und Schluss sind wie bei allen solchen Stunden ein festes Ritual:

Am Anfang ist das Begrüßungslied, dann wird jedes Kind von dem Eisbär (einer Handpuppe von Folkmanis) mit einem Küsschen begrüßt. Die Kinder entscheiden, wo der Eisbär während der Stunde sitzen soll und dann geht es los.

  1. Einstieg: Valeria hat etwas mitgebracht, was das Thema einleitet, entweder einen Gegenstand oder eine Geschichte oder eine Frage an die Kinder. Daraus entsteht ein Gespräch.
  2. Danach wird einmal das Lied gesungen.
  3.  Die Kinder spielen, was in dem Lied vorkommt, während es noch einmal gespielt und gesungen wird.
  4. Es entsteht daraus ein Spiel.
  5. Etwas ungewöhnliches geschieht, was dem Ablauf der Geschichte eine neue Richtung gibt.
  6. Valeria hat etwas mitgebracht, was einen Alltagsbezug zu dem Thema des Liedes herstellt (meist etwas, was man essen kann ;)).
  7. Zum Schluss dürfen die Kinder sich noch ein Spiel aussuchen, welches sie machen wollen. Das kann auch aus früheren Stunden sein.

Die gesamte Einheit dauert etwa 20 – 25 min. Bei Elementarkindern werden zwei Einheiten gemacht, bei Krippenkindern nur eine.

Zum Schluss erfolgt wieder ein Ritual. Alle sagen sich gegenseitig tschüß und die Kinder entscheiden, wie alle den Raum verlassen sollen.

Meine Aufgabe ist es nun, dieses Schema auf mein Thema zu übertragen und schon habe ich meine Stunde!

Wie meine erste Stunde im Detail ausgesehen hat und was in der Realität daraus geworden ist, könnt ihr hier lesen.

Es ist übrigens wichtig, die Einheit nicht nur einmal mit den Kindern zu spielen, sondern sie mindestens einmal zu wiederholen. Vertraut einfach eurem Fingerspitzengefühl, können die Kinder das Spiel noch nicht, dann war es zu wenig Wiederholung, fangen die Kinder an, Quatsch zu machen, war es zu viel.

Habt ihr auch schon mit Kindern Theaterunterricht gemacht? Wenn ja, dann schreibt bitte in die Kommentare. Ich freue mich, über Erfahrungsaustausch!

 

 

 

 

Quatschgeschichten mit Yogafiguren

Da ich ja jetzt im Kindergarten arbeite, habe ich mich damit beschäftigt, was man so für Geschichten dort gebrauchen kann. Da ich auch schon Yoga mit Kindern gemacht habe, war die erste Idee, die Yogafiguren zu einer Geschichte zu verbinden, um so einen roten Faden durch die Übungen zu haben, dem die Kinder leicht und mit Spaß folgen können. Außerdem haben Yogafiguren immer sehr anschauliche Namen, die sich gut zum Geschichtenerzählen eignen.

Als zweite Idee kam ein Spiel von Haba dazu, was „Quatschgeschichten“ heißt und in dem man vier Elemente einer Geschichte per Zufall miteinander kombinieren kann, so dass syntaktisch einwandfrei, aber inhaltlich nicht unbedingt logisch, eine Geschichte herauskommt.

Die Elemente der einzelnen Geschichten sind einfach:

  1. Ein Ort: z.B. „In einem dunklen Keller, da lebte“. Wichtig ist, dass der Satzteil mit „da lebte“ aufhört, so dass er an jedes zweite Element passt.
  2. Eine Hauptfigur, die ein Bedürfnis oder einen Wunsch hat: z.B. „…. eine kleine Maus, die sich noch nie aus ihrem Loch herausgetraut hatte. Die Maus träumte davon, die große Welt zu sehen, fand aber nicht den Mut dazu. Doch dann entdeckte sie plötzlich … “ Hier muss der Satzteil mit „und traf“, „und sah auf einmal“ oder „und entdeckte“ aufhören, damit das Puzzleteil passt.
  3. Eine Nebenfigur,  die ebenfalls ein Bedürfnis hat oder eine besondere Fähigkeit oder Leidenschaft, die zur Hauptfigur passt: z.B. „…. ein kleines Mädchen, welches im Keller Saft holen sollte. Das Mädchen liebte Mäuse und wünschte sich sehnlichst ein Haustier. Und so …“ Hier geht die Geschichte dann immer mit „also“ oder „und dann“ oder „und so“ als Anschlusswort weiter zu Nr. 4.
  4. Das Ende: hier löst sich das Problem der Hauptfigur und die beiden Figuren tun etwas mit einander: „… freundeten sich die beiden miteinander an und machten zusammen die schönsten Reisen.“ ENDE

Meine Idee war nun, diese Struktur auf die Yogageschichte anzuwenden. Jedes Element ist eine Yogafigur, die dann zu einer Geschichte verbunden werden müssen. Sind alle Geschichten fertig, können sie, wie die Quatschgeschichten frei kombiniert werden.

Die Yogafiguren habe ich dem Buch „Yoga mit Kindern“ von Mark Singleton entnommen. Sie sind jeweils fett markiert. Herausgekommen sind sechs kleine Geschichten:

  1. In einer handbetriebenen Rakete, da lebte …

    … ein tapferer Sternenkrieger. Er träumte davon, Ruhm und Ehre zu erlangen. Eines Tages fand er …

    … auf einem Planeten einen verzauberten Pfeil. Der Pfeil hatte den Auftrag, den dunklen Herrscher zu besiegen. Also …

    … stiegen die beiden ein, strampelten (Radfahren) gemeinsam zum Mittelpunkt des Universums, besiegten den dunklen Herrscher und wurden im gesamten Weltall berühmt.

  2. Auf einem kleinen Segelboot, da lebte …

    … ein geschäftstüchtiger Hahn. Der Hahn fraß für sein Leben gern Risotto und träumte davon, einmal mit Reis sein Geld zu verdienen. Eines Tages …

    … landete er an einer kleinen Insel und traf dort er einen unglücklichen, ausschlagenden Esel. Seine Mutter und sein Vater waren Goldesel gewesen, aber er brachte nur Reis zustande. Also …

    … gründeten die beiden zusammen einen Reishandel, sortierten von morgens bis abends Reis und wurden sehr reich damit.

  3. In einem alten Schaukelstuhl, da lebte eine häusliche Spinne, die sich ein Kind wünschte, aber keine eigenen bekommen konnte. Eines Tages …

    … verfing sich in ihrem Netz eine verspielte Stechmücke. Die Stechmücke hatte keine Eltern mehr und war ganz allein auf der Welt. Und so …

    … nahm sie sie an Kindesstatt an und wiegte sie wie ihr eigenes Baby .

  4. Auf einem gemütlichen Schaukelboot, das lebte …

    … eine neugierige Maus. Der Maus war schrecklich langweilig und wollte auch mal etwas Aufregendes erleben. Eines Tages …

    … brachte ein Matrose eine flinke Katze mit an Bord. Die Katze hatte die Aufgabe, die Mäuse auf dem Boot zu fangen. Doch sie war Vegetarier und wollte nicht töten. Und so …

    … sprangen sie gemeinsam vom Boot, schwammen zu einer Insel und begannen zwischen Kokospalmen ein neues Leben.

  5. In einem wendigen Helikopter, da lebte …

    … eine gelenkige Marionette, die für ihr Leben gern tanzte. Eines Tages …

    … fand sie unter dem Boden einen alten, vergessenen Triangel (Dreieck), die in jungen Jahren für ihre Musik Preise gewonnen hatte. Also …

    … machten sie gemeinsam Musik, tanzten und schüttelten sich durch bis zum Morgengrauen.

  6. Unter dem silberhellen Halbmond, da lebte …

    … ein sanfter Löwe, der für sein Leben süßen Pudding aß. Der Löwe war sehr einsam, da jeder sich vor ihm fürchtete. Eines Tages …

    … traf er eine mutige Taube, die für eine Puddingfabrik Lieferungen zustellte. Sie mochte nicht mehr für die Menschen arbeiten und wollte lieber fernab in der Wildnis leben. Also …

    … suchten sich die beiden eine lauschige Höhle, in der sie fortan gemeinsam lebten und die leckersten Puddings kochten.

Aufgrund der Vorgabe der Yogafiguren sind die Geschichtchen an sich schon etwas skuril geworden. In freier Kombination werden sie sehr schräg. Kinder lieben so etwas …

Da es sechs Geschichten sind, kann man sie ganz einfach per Würfel mischen. In dem Spiel von Haba gibt es noch Pappkärtchen mit Bildern für die einzelnen Geschichtenteile. Wenn ich die Geschichten mit in den Kindergarten bringe, werde ich für die Yogafiguren ebenfalls Karten herstellen.