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Quatschgeschichten mit Yogafiguren

Da ich ja jetzt im Kindergarten arbeite, habe ich mich damit beschäftigt, was man so für Geschichten dort gebrauchen kann. Da ich auch schon Yoga mit Kindern gemacht habe, war die erste Idee, die Yogafiguren zu einer Geschichte zu verbinden, um so einen roten Faden durch die Übungen zu haben, dem die Kinder leicht und mit Spaß folgen können. Außerdem haben Yogafiguren immer sehr anschauliche Namen, die sich gut zum Geschichtenerzählen eignen.

Als zweite Idee kam ein Spiel von Haba dazu, was „Quatschgeschichten“ heißt und in dem man vier Elemente einer Geschichte per Zufall miteinander kombinieren kann, so dass syntaktisch einwandfrei, aber inhaltlich nicht unbedingt logisch, eine Geschichte herauskommt.

Die Elemente der einzelnen Geschichten sind einfach:

  1. Ein Ort: z.B. „In einem dunklen Keller, da lebte“. Wichtig ist, dass der Satzteil mit „da lebte“ aufhört, so dass er an jedes zweite Element passt.
  2. Eine Hauptfigur, die ein Bedürfnis oder einen Wunsch hat: z.B. „…. eine kleine Maus, die sich noch nie aus ihrem Loch herausgetraut hatte. Die Maus träumte davon, die große Welt zu sehen, fand aber nicht den Mut dazu. Doch dann entdeckte sie plötzlich … “ Hier muss der Satzteil mit „und traf“, „und sah auf einmal“ oder „und entdeckte“ aufhören, damit das Puzzleteil passt.
  3. Eine Nebenfigur,  die ebenfalls ein Bedürfnis hat oder eine besondere Fähigkeit oder Leidenschaft, die zur Hauptfigur passt: z.B. „…. ein kleines Mädchen, welches im Keller Saft holen sollte. Das Mädchen liebte Mäuse und wünschte sich sehnlichst ein Haustier. Und so …“ Hier geht die Geschichte dann immer mit „also“ oder „und dann“ oder „und so“ als Anschlusswort weiter zu Nr. 4.
  4. Das Ende: hier löst sich das Problem der Hauptfigur und die beiden Figuren tun etwas mit einander: „… freundeten sich die beiden miteinander an und machten zusammen die schönsten Reisen.“ ENDE

Meine Idee war nun, diese Struktur auf die Yogageschichte anzuwenden. Jedes Element ist eine Yogafigur, die dann zu einer Geschichte verbunden werden müssen. Sind alle Geschichten fertig, können sie, wie die Quatschgeschichten frei kombiniert werden.

Die Yogafiguren habe ich dem Buch „Yoga mit Kindern“ von Mark Singleton entnommen. Sie sind jeweils fett markiert. Herausgekommen sind sechs kleine Geschichten:

  1. In einer handbetriebenen Rakete, da lebte …

    … ein tapferer Sternenkrieger. Er träumte davon, Ruhm und Ehre zu erlangen. Eines Tages fand er …

    … auf einem Planeten einen verzauberten Pfeil. Der Pfeil hatte den Auftrag, den dunklen Herrscher zu besiegen. Also …

    … stiegen die beiden ein, strampelten (Radfahren) gemeinsam zum Mittelpunkt des Universums, besiegten den dunklen Herrscher und wurden im gesamten Weltall berühmt.

  2. Auf einem kleinen Segelboot, da lebte …

    … ein geschäftstüchtiger Hahn. Der Hahn fraß für sein Leben gern Risotto und träumte davon, einmal mit Reis sein Geld zu verdienen. Eines Tages …

    … landete er an einer kleinen Insel und traf dort er einen unglücklichen, ausschlagenden Esel. Seine Mutter und sein Vater waren Goldesel gewesen, aber er brachte nur Reis zustande. Also …

    … gründeten die beiden zusammen einen Reishandel, sortierten von morgens bis abends Reis und wurden sehr reich damit.

  3. In einem alten Schaukelstuhl, da lebte eine häusliche Spinne, die sich ein Kind wünschte, aber keine eigenen bekommen konnte. Eines Tages …

    … verfing sich in ihrem Netz eine verspielte Stechmücke. Die Stechmücke hatte keine Eltern mehr und war ganz allein auf der Welt. Und so …

    … nahm sie sie an Kindesstatt an und wiegte sie wie ihr eigenes Baby .

  4. Auf einem gemütlichen Schaukelboot, das lebte …

    … eine neugierige Maus. Der Maus war schrecklich langweilig und wollte auch mal etwas Aufregendes erleben. Eines Tages …

    … brachte ein Matrose eine flinke Katze mit an Bord. Die Katze hatte die Aufgabe, die Mäuse auf dem Boot zu fangen. Doch sie war Vegetarier und wollte nicht töten. Und so …

    … sprangen sie gemeinsam vom Boot, schwammen zu einer Insel und begannen zwischen Kokospalmen ein neues Leben.

  5. In einem wendigen Helikopter, da lebte …

    … eine gelenkige Marionette, die für ihr Leben gern tanzte. Eines Tages …

    … fand sie unter dem Boden einen alten, vergessenen Triangel (Dreieck), die in jungen Jahren für ihre Musik Preise gewonnen hatte. Also …

    … machten sie gemeinsam Musik, tanzten und schüttelten sich durch bis zum Morgengrauen.

  6. Unter dem silberhellen Halbmond, da lebte …

    … ein sanfter Löwe, der für sein Leben süßen Pudding aß. Der Löwe war sehr einsam, da jeder sich vor ihm fürchtete. Eines Tages …

    … traf er eine mutige Taube, die für eine Puddingfabrik Lieferungen zustellte. Sie mochte nicht mehr für die Menschen arbeiten und wollte lieber fernab in der Wildnis leben. Also …

    … suchten sich die beiden eine lauschige Höhle, in der sie fortan gemeinsam lebten und die leckersten Puddings kochten.

Aufgrund der Vorgabe der Yogafiguren sind die Geschichtchen an sich schon etwas skuril geworden. In freier Kombination werden sie sehr schräg. Kinder lieben so etwas …

Da es sechs Geschichten sind, kann man sie ganz einfach per Würfel mischen. In dem Spiel von Haba gibt es noch Pappkärtchen mit Bildern für die einzelnen Geschichtenteile. Wenn ich die Geschichten mit in den Kindergarten bringe, werde ich für die Yogafiguren ebenfalls Karten herstellen.

 

Neuauflage

Huhu,

ich habe seit ewigen Zeiten hier nichts geschrieben. Das soll sich jetzt aber ändern. In den letzten drei Jahren ist viel passiert. Meine Kinder sind mittlerweile alle in der Schule, ich habe eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht und arbeite nun in einem Kinderladen, daher werde ich mich wohl weiter mit Geschichten und Theaterstücken für kleine Kinder beschäftigen ;).

Plan ist, regelmäßig Geschichten und Artikel über das Theaterspielen mit kleinen Kindern zu veröffentlichen. Ich schreibe das hier, damit ich mich auch verpflichtet fühle, es tatsächlich zu machen, da das Schreiben bei mir zur Zeit oft vom Alltag „gefressen“ wird.

Ich freue mich über Anmerkungen und Kommentare.

Eure Patricia

Schneeweißchen und Rosenrot – 5. Szene

Szene 5          HÄUSCHEN VON SCHNEEWEISSCHEN UND ROSENROT

Es ist Winter. Vor den Fenstern liegt dicker Schnee. Ein lustiges Feuer prasselt im Kamin. Rosenrot sitzt am Spinnrad. Schneeweißchen schürt das Feuer. Die Mutter setzt ihre Brille auf und nimmt ein dickes Buch zur Hand.

Es klopft an der Tür.

Mutter: Geschwind, Rosenrot, mach auf, es wird ein Wanderer sein, der Obdach sucht.

Rosenrot steht auf und öffnet. Der Bär steht davor und brummt. Rosenrot springt erschreckt zurück. Schneeweißchen versteckt sich unter dem Bett.

Bär: Fürchtet euch nicht, ich tue euch nichts zuleid, ich bin halb erfroren und will mich nur ein wenig bei euch wärmen.

Mutter: Du armer Bär! Leg dich ans Feuer, und gib nur acht, dass dir dein Pelz nicht brennt. Schneeweißchen, Rosenrot, kommt hervor, der Bär tut euch nichts, er meints ehrlich.

Der Bär legt sich vor den Kamin und seufzt behaglich. Schneeweißchen und Rosenrot kommen vorsichtig und neugierig hervor.

Bär: Ich danke euch. Ohne euch wäre ich erfroren.

Rosenrot: Was tust du denn draußen in der Kälte. Solltest du nicht in einer Höhle liegen und schlafen?

Bär: Ich habe keine gefunden.

Schneeweißchen: Aber es gibt doch so viele Höhlen hier. Die Hohlsteinhöhle, die Einhornhöhle, die Silberhöhle. Wir sind oft darin geklettert im Sommer.

Bär: Wahrscheinlich wollte er, dass ich erfriere.

Rosenrot: Wer, er?

Bär: Er, der … ich kann es euch nicht sagen.

Schneeweißchen: Wer bist du?

Bär: Ich habe gehört, dass ihr euch gern am Kamin Geschichten erzählt. Da ihr mich so freundlich aufgenommen habt, will ich euch eine erzählen.

Schneeweißchen: Das stimmt. Woher weißt du das?

Rosenrot (ungeduldig): Frag doch nicht so viel. Lass uns die Geschichte hören.

Bär: Es waren einmal zwei Prinzen. Sie waren Brüder und der eine war nur ein Jahr jünger als der andere. Wie es nun einmal so Sitte ist, wurde der Ältere zum Thronfolger bestimmt. Der jüngere Prinz aber war viel geschickter mit dem Schwert als der ältere. Jegliche Kampfkunst fiel ihm leicht. Er war für das geboren, was sich der ältere hart erkämpfen musste und doch wurde er nie so gut wie sein Bruder. So war der jüngere Bruder eifersüchtig auf den anderen, weil er den Thron erben würde und der ältere, weil der Kleine so viel geschickter war in der Kriegskunst. Bald glaubte er wie sein Bruder, dass dieser den besseren König abgeben würde. Und daher ging er weg und er kehrte nicht zurück. Was meint ihr, wollte er den Platz frei machen für seinen Bruder, weil er zu der Überzeugung gekommen war, er wäre nicht der richtige?

Schneeweißchen: Das ist ja nur der Anfang der Geschichte.

Bär: Erzähl sie zuende.

Schneeweißchen: Also gut. Ich glaube, dass der ältere Prinz sich nicht feige aus dem Staub gemacht hat, sondern er hat auf seiner Reise erkannt, dass seine Rolle die Verantwortung mit sich bringt, aus seinen Fähigkeiten das beste für sein Volk zu machen, egal wie gut sie sein mögen. Und ich glaube, dass der Kleine, sobald er mit Regierungsaufgaben vom Vater betraut wurde, erkannte, dass er seine Fähigkeiten eher als Feldherr zur Geltung bringen kann, denn als König, der sich doch eher mit langweiligen Verwaltungsaufgaben zu beschäftigen hat.

Bär: Aber so war es nicht. Der Prinz kam nicht zurück.

Rosenrot: Dann ist ihm etwas zugestoßen.

Schneeweißchen: Ich bin mir sicher, dass er zurückgekommen ist. Er wird alle Schwierigkeiten gemeistert haben.

Bär: Warum glaubst du das?

Schneeweißchen: Weil Geschichten immer gut ausgehen.

Schneeweißchen krault dem Bären das Fell.

Mutter: Du kannst in Gottes Namen da am Herde liegen bleiben, so bist du vor der Kälte und dem bösen Wetter geschützt.

Bär: Ich danke Euch.

weiter zu Szene 6

Schneeweißchen und Rosenrot – 4. Szene

Szene 4          WALDLICHTUNG

Alexander schlägt sich im Wald durch das Dickicht. Er kommt zu einem wunderschönen kleinen Talkessel, der im Hintergrund von einer steilen Felswand abgeschlossen wird. Vor dem Felsen liegt ein dicker Wurzelstrunk eines umgekippten Baumes. Oben auf dem Felsen hat ein Adler sein Nest gebaut. Alexander ist von der Schönheit des Ortes begeistert.

Alexander: Was für ein wunderschönes kleines Tal. Hier werde ich bleiben.

Alexander legt seine Waffen und sein Gepäck ab und breitet den Mantel auf der Erde aus. Dabei summt er leise vor sich hin.

Alberich, der Zwerg, lugt aus der Felswand und beobachtet Alexander. Dann schleicht er unbemerkt um ihn herum, so dass sein endlos langer Bart einen Kreis um Alexander und sein Lager bildet. Als der Kreis geschlossen ist, tritt er leise an ihn heran und klopft ihm auf die Schulter. Alexander fährt erschreckt herum.

Alberich: Was willst du hier?

Alexander verbeugt sich gekonnt.

Alexander: Mein Name ist Alexander und ich plane, die nächsten Tage hier zu nächtigen. Wie ist Euer werter Name.

Alberich: Ich bin Alberich und hier ist mein Reich und du hast ohne meine Erlaubnis die Grenze übertreten.

Alexander: Dann bitte ich jetzt um Eure geschätzte Erlaubnis.

Der Zwerg lacht höhnisch.

Alberich: Dazu ist es zu spät. Wer mein Reich betritt, verlässt es nicht wieder. (Er hebt die Hände und beginnt zu zaubern.)

Allerleirauh, Bärentraube,
ewig trage eine Haube
und ein Kleid aus Bärenhaut
dem wilden Tiere niemand traut.

Während des Zauberspruchs steht der Prinz hilflos in dem Kreis und kann sich nicht bewegen. Bei jeder Zeile verwandelt er sich mehr und mehr in einen Bären. Der Zwerg lacht hämisch.

Alberich: Jetzt kannst du dich solange in meinem Wald aufhalten, wie du willst. Nur verlassen würde ich ihn an deiner Stelle nicht, dann erwischen dich die Jäger des Königs.

Der Bär versucht, den Zwerg mit der Tatze zu hauen, doch er kommt nicht nahe genug an den Zwerg heran.

Alberich: Versuch es nur, du kannst mich nicht berühren. Gegen meine Zauberkraft kommst du nicht an.

Bär: Ich werde einen Weg finden, mich zu befreien.

Alberich: Den gibt es nicht. Der Zauber wirkt solange ich lebe.

Bär: Dann töte ich dich.

Alberich: Das haben schon andere vor dir versucht. Ohne Erfolg.

Wieder versucht der Bär, den Zwerg mit der Tatze zu erwischen. Es klappt nicht. Der Zwerg lacht und öffnet den Kreis einen Spalt breit. Dann scheucht er den Bären hinaus.

Alberich: Husch, husch zu deinesgleichen in den Wald.

Der Bär trottet davon.

Seelenruhig sammelt der Zwerg die Habseligkeiten des Bären ein. Als er den goldenen Reif in der Tasche des Bären entdeckt, betrachtet er ihn gierig.

Alberich: Wundervoll. Diese Schätze werden meinen Reichtum mehren.

Dann nimmt er alles und verschwindet damit durch einen Spalt in der Felswand.

weiter zu Szene 5

Der geraubte Schlaf, Fassung mit Musik

Wir hatten einen wundervolle Aufführung mit tollen Kostümen, schwungvoller Musik und ausgelassener Premierenfeier. Ich möchte gerne daraufhin das Stück noch einmal in der Aufführungsfassung mit euch teilen. Die Musikauswahl und die Texte der Lieder sind von Eva-Maria Wolf, mit der ich das Stück zusammen inszeniert habe. Vielleicht regt es ja zum Nachmachen an ;).

Viel Spass beim Lesen!

 

 

Der geraubte Schlaf
Ein romantisches Kindermusical nach einem Märchen

Szenen und Dialoge von Patricia Bauer
Liedtexte und Musikarrangements Eva-Maria Wolf

Dauer ca. 1. Std.

 

FIGUREN

Erzählerin

Wurzelgeist
Musikant
Prinzessin
König
Königin

Hofstaat des Königs:
Amme der Prinzessin
Dienerinnen der Prinzessin
Torwache
Schreiber
Diener

Ärzte
Ritter des Königs

Hofstaat des Wurzelgeistes:
alle Tiere, die unter der Erde leben, in ihr Höhlen bauen oder ihre Vorräte verstecken, wie:
Eichhörnchen
Kaninchen
Maulwurf
Regenwurm
Käfer
Tausendfüßler
Assel
Spinne
Maus
Dachs
Fuchs
Schnecke
Igel
Blindschleiche
Ratte
Grille
Ameise

Die goldenen Träume der Prinzessin

Fliegenpilz

Bäume

 

MUSIK

Umrahmt wird das Kindermusical von Robert Schumann:
Auszüge aus den Kinderszenen für Klavier (Opus 15)
und den Märchenbildern für Bratsche und Klavier (Opus 113).

Die Träume tanzen zum Walzer in As-Dur von Johannes Brahms (Opus 39, Nr. 15)

 

SZENENBILDER

Die Spinnstube (ein Ort neben der Hauptbühne, wo die Erzählerin sitzt)
der Wald (gut vor dem Vorhang zu spielen)
das Schlafzimmer der Prinzessin im Schloss
die Palasthöhle des Wurzelgeistes

 


 

DAS MÄRCHEN

Es war einmal ein reicher, kluger und gütiger König. Er war so reich, dass er in einem Schloss aus purem Gold wohnte, er war so klug, dass sich alle Gelehrten des Landes um ihn versammelten und ihn um Rat fragten, und er war so gütig, dass die Blumen und Gräser sich vor ihm neigten und die scheuen Tiere herbeikamen, wenn er durch die Wälder und über die Felder seines Landes ritt.

Aber trotzdem war der König nicht glücklich, denn seine einzige schöne Tochter, die er über alles liebte, hatte ein großes Unglück betroffen. Als die Prinzessin eines Tages mit ihrem goldenen Ball durch den Wald hüpfte, zertrat sie beim Spielen ganz ohne Absicht einen kleinen Fliegenpilz. Der Wurzelgeist, welcher Herr über alles ist, was im Walde wächst, wurde darüber so böse, dass er beschloss, sich zu rächen, und eines Nachts schlich er sich heimlich ins Schloss und raubte der Prinzessin ihren Schlaf. Die Prinzessin war erschreckt aufgewacht und hatte gerade noch den hässlichen braunen Wurzelgeist davoneilen sehen.

Da lag die arme Prinzessin in ihrem goldenen Bett mit brennenden Augen, die der Schlaf nicht mehr schloss, und wurde von Tag zu Tag blasser und elender. Der König ließ die berühmtesten Ärzte kommen, aber auch sie konnten der Prinzessin nicht helfen, und bald ging die traurige Kunde, dass die Prinzessin wohl sterben müsse, wenn ihr der Schlaf nicht bald zurückgegeben würde. Der König schickte viele beherzte Männer in die Wälder, um den Wurzelgeist zu fangen und ihm den Schlaf der Prinzessin wieder abzunehmen, aber niemand wusste, wo der Wurzelgeist wohnte, denn sein unterirdisches Reich war groß, und in jedem Erdloch konnte er sich verstecken. Da wurde der König so verzweifelt, dass er versprach, demjenigen, der seiner Tochter den Schlaf wiederbrächte, jeden Wunsch zu erfüllen und wenn er auch das ganze Königreich fordere.

Zu dieser Zeit wanderte ein Musikant durch das Land, und eines Tages kam er auch an den königlichen Hof. Weil der König hoffte, seine Tochter mit Musik ein wenig aufheitern zu können, ließ er den Geiger zu sich führen und bat ihn, der Prinzessin vorzuspielen. Und dieser spielte so schön, dass alle, die ihm zuhörten, ganz verzaubert waren. Auch die Prinzessin lächelte zum ersten Male wieder. Aber selbst die zartesten Töne der Geige konnte sie nicht in den Schlaf wiegen. Da wurde der Musikant traurig und beschloss, der Prinzessin zu helfen.

Noch am gleichen Tage machte er sich auf, um den Wurzelgeist zu suchen. Er wanderte drei Tage und drei Nächte durch den Wald, schaute in jedes Erdloch und unter jeden Stein, rief den Namen des Wurzelgeistes in die Lüfte und fragte jeden, der ihm begegnete, nach ihm, aber vergeblich. Müde und hungrig setzte er sich endlich am Fuß eines riesigen, hohlen Baumes nieder, und um seine trüben Gedanken zu verscheuchen, geigte er sich ein lustiges Lied. Da regte sich plötzlich etwas in dem hohlen Baumstumpf hinter ihm, und aus einem Astloch schaute das brauche, runzelige Gesicht eines kleinen Männchens hervor. Der Musikant wusste sofort, dass dies der Wurzelgeist sein musste, aber er ließ sich nichts anmerken. „Was ist das für ein Ding, von dem die schönen Töne kommen?“ fragte der Wurzelgeist. „Ich möchte diesen braunen Kasten haben, was willst du dafür?“ Der Musikant bedachte sich, dann sagte er: „Zeig mir alles, was dir gehört, ich werde mir etwas aussuchen.“ Der Wurzelgeist lachte vergnügt: „Wenn du willst, können wir gleich gehen.“ Er klatschte in die Hände, da wurde am Fuß des Baumes eine Treppe sichtbar; die stiegen sie hinunter, und immer tiefer und tiefer ging’s hinab, bis sie endlich in einen großen Saal kamen, in dem überall Truhen und Kisten standen, angefüllt mit Perlen, Gold und Edelsteinen. Der Wurzelgeist hob einen Deckel nach dem anderen auf und fragte: „Willst du dies, willst du das?“ Aber der Geiger schüttelte jedes Mal den Kopf. „Nein, nein, meine Geige ist viel, viel kostbarer.“ Endlich kamen sie an das letzte Kästchen, das ganz aus Elfenbein geschnitzt war; aber als der Geiger seine Hand danach ausstreckte, rief der Wurzelgeist schnell: „Das kannst du nicht bekommen.“ Der Geiger bat jedoch, er möchte wenigstens sehen, was in dem Kästchen sei. Da öffnete der Wurzelgeist das Kästchen, und der Musikant erblickte darin ein gläsernes Fläschchen, und als er das Fläschchen herausnahm, schaute er in eine blaue, unendliche Tiefe, auf deren Grund goldene Träume tanzten. Es war der Schlaf der Prinzessin. „Wenn du meine Geige haben willst, musst du mir dieses Fläschchen geben“, sagte der Geiger. „Nein, nein“, schrie der Wurzelgeist, „das kannst du nicht haben!“ Als die ersten Töne erklangen, kamen Maulwürfe, Mäuse, Würmer, Käfer und viele, viele andere Tiere aus ihren Löchern hervorgekrochen und lauschten, und er spielte, bis er vor Müdigkeit fast umfiel. „Bleib bei uns“, flehten die Tiere. „Deine Musik bringt uns Freude in unserem Leben hier unter der Erde, bleib bei uns mit deinem braunen Kasten.“ – „Das geht nicht“, antwortete der Geiger, „ich bin doch ein Mensch und gehöre auf die Erde. Aber ich will euch meine Geige hierlassen, wenn mir der Wurzelgeist das kleine, weiße Kästchen schenkt. Ihr müsst ihn nur darum bitten.“ Das taten die Tiere, aber der Wurzelgeist hörte nicht auf sie, er hielt das Kästchen mit beiden Händen fest und schrie, dass er es nie herausgeben würde. Da wurden die Tiere böse. Die Maulwürfe drohten, dass sie alle Zugänge zur Erde zuschütten wollten, und die Mäuse wisperten, dass sei ihm keinen Wintervorrat mehr herbei schaffen und ihn verhungern lassen würden. Als der Wurzelgeist das hörte, bekam er Angst, und es blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Musikanten das Kästchen zu geben und ihn auf die Erde zurückzubringen.
Der Musikant eilte nun, so schnell ihn seine Füße trugen, nach dem königlichen Schloss zurück, wo er alle in tiefer Trauer fand, denn die Prinzessin lag still und weiß auf ihren Kissen und atmete kaum noch. Rasch nahm der Geiger das gläserne Fläschchen aus dem Elfenbeinkasten und tröpfelte der Prinzessin den Schlaf in die Augen, da tat sie einen tiefen Seufzer und schlief acht Tage lang. Und als sie dann ausgeschlafen hatte und erwachte, war sie schöner und lieblicher als zuvor.
Der König ließ den Geiger zu sich kommen, dankte ihm aus vollem Herzen und fragte ihn, welchen Wunsch er ihm erfüllen solle. Da bat der Musikant um eine neue Geige, denn er hatte doch seine alte beim Wurzelgeist lassen müssen. Der König befahl sofort, dass man die beste Geige im ganzen Land herbeischaffe, und er überreichte sie dem Musikanten. „Dein Wunsch ist sehr bescheiden“, sagte der König, „die hast für uns mehr getan, als wir dir jemals vergelten können.“ – „Herr König“, antwortete der Musikant, „wenn ich mir noch etwas wünschen darf, so möchte ich hier am Hof bleiben und der Prinzessin manchmal vorspielen. Ich bin des Herumziehens müde.“ – „Eine größere Freude kannst du der Prinzessin nicht machen“, sagte der König. „Ich weiß, dass sie dich und deine Geige liebgewonnen hat. Du sollst bei uns bleiben, aber nicht als Musikant, sondern ich will dich zu meinem Nachfolger machen und dir meine Tochter zur Frau geben.“ Da wurde dem armen Muskanten ganz schwindelig vor Glück. Er fasste die Prinzessin bei der Hand und versprach, von nun an ihren Schlaf zu bewachen, damit ihn niemand mehr stehlen könne – und sie lebten lange Jahre in Glück und Freude zusammen.

ENDE

 

 

Prolog                        SPINNSTUBE          

Musik: Schumann: Von fremden Ländern und Menschen

Die Erzählerin sitzt auf ihrem Platz neben der Bühne vor einem Spinnrad und spinnt. Sie hält inne und schaut auf.

Erzählerin: Hallo Kinder, schön euch zu sehen! In alten Zeiten saßen die Mädchen und Frauen zusammen in Spinnstuben wie dieser hier, spannen Wolle, webten Stoff, stellen Kleider her und erzählten sich derweil die Geschichten – …Geschichten, die wir heute Märchen nennen. Und eines davon möchte ich euch heute erzählen:

Musik: Schumann: Kuriose Geschichte

Szene 1          WALD                                                           Pantomime

Erzählerin: Es war einmal ein reicher, kluger und gütiger König. Er war so reich, dass er in einem Schloss aus purem Gold wohnte, er war so klug, dass sich alle Gelehrten des Landes um ihn versammelten und ihn um Rat fragten, und er war so gütig, dass die Blumen und Gräser sich vor ihm neigten und die scheuen Tiere herbeikamen, wenn er durch die Wälder und über die Felder seines Landes ritt. Aber trotzdem war der König nicht glücklich, denn seine einzige schöne Tochter, die er über alles liebte, hatte ein großes Unglück betroffen.

Musik: Schumann, Kuriose Geschichte

Die Prinzessin betritt die Bühne. Sie geht im Wald spazieren. Sie summt ein Lied und spielt mit ihrer goldenen Kugel. Die Tiere des Waldes kommen neugierig näher und die mutigsten lassen sich sogar von ihr streicheln. Als die Prinzessin beginnt, ihnen den Ball zuzurollen, spielen sie mit ihr. Dem Wurzelgeist gefällt das gar nicht. Er versucht, sie aus seinem Reich zu verjagen, doch sie bemerkt ihn gar nicht.

Musik Ende

Erzählerin: Als die Prinzessin eines Tages mit ihrem goldenen Ball durch den Wald hüpfte, zertrat sie beim Spielen ganz ohne Absicht einen kleinen Fliegenpilz. Der Wurzelgeist, welcher Herr über alles ist, was im Walde wächst, wurde darüber so böse, dass er beschloss, sich zu rächen …

Beim Spiel zertritt sie in unachtsamer Naivität einen Fliegenpilz (gespielt von einem Kind) unter ihren Füßen. Der Wurzelgeist ist wütend und schüttelt die Fäuste.

Musik: Schumann, Haschemann

 

Vorhang auf:

Szene 2          SCHLAFZIMMER DER PRINZESSIN        Pantomime und Tanz

Erzählerin: … und eines Nachts schlich er sich heimlich ins Schloss und raubte der Prinzessin ihren Schlaf.

Musik: Brahms, Walzer As Dur

Die Prinzessin schläft in ihrem goldenen Bett. Ihre goldenen Träume tanzen um sie herum. Der Wurzelgeist schleicht heimlich ins Schloss an das Bett der Prinzessin. Er fängt sie Träume ein, sperrt sie in ein kleines Fläschchen und hält triumphierend die Flasche in die Höhe.

Musik Ende

Die Prinzessin wacht mit einem Schrei auf. Im letzten Moment sieht sie den Wurzelgeist aus dem Zimmer huschen. Der König, die Königin, die Amme und die Dienerinnen der Prinzessin kommen, durch den Radau geweckt ans Bett.

König: Mein Kind! Ist alles in Ordnung? Geht es dir gut?

Prinzessin: Ja, ja ich glaube schon. Ich bin nur … verwirrt. (Sie reibt sich die Augen.) Ich habe … ich habe von einem hässlichen, braunen Männchen geträumt. Es hat mich durch den Wald bis ins Schloss verfolgt und wollte mir etwas stehlen. Ich weiß nicht was, nur, dass es sehr wertvoll war. Und … als es das getan hatte, bin ich aufgewacht und sah eben genau dieses Männchen aus dem Schlafzimmer huschen.

König (beruhigend):Sicher hast du noch geträumt.

Amme: Das Männchen, welches die Prinzessin beschreibt, war ganz bestimmt der Wurzelgeist, der Herr über alles ist, was im Wald lebt.

Der König lächelt milde.

König: Den Wurzelgeist gibt es nicht. Das weißt du so gut wie ich, Marie. Schlaf wieder ein, meine Tochter.

Amme (murmelt): Und doch gibt es ihn, den Wurzelgeist.

Die Prinzessin legt sich hin und versucht, die Augen zu schließen. Wie eine Puppe schießt sie wieder nach oben und bleibt erschrocken im Bett sitzen.

Prinzessin: Ich kann nicht einschlafen.

Der König starrt sie entsetzt an.

Musik: Schumann, Fürchten machen

 

Szene 3          SCHLAFZIMMER DER PRINZSSIN

Einige Tage später.

Erzählerin: Da saß die arme Prinzessin in ihrem goldenen Bett mit brennenden Augen, die der Schlaf nicht mehr schloss, und wurde von Tag zu Tag blasser und elender. Der König ließ die berühmtesten Ärzte kommen.

Der Schreiber tritt vor.

Begrüßungslied der Ärzte

Schreiber solo: Guten Morgen!
Chor: Guten Morgen!
Schreiber Solo: Good Morning!
Chor: Good Morning!
Schreiber Solo: Bonjour!
Chor:
Bonjour!
Schreiber Solo: Buenos Dias!
Chor:
Buenos Dias!
Schreiber Solo:
Kalimera!
Chor:
Kalimera!
Schreiber Solo:
Günaydin!
Chor:
Günaydin!
Schreiber Solo:
Dzien Dobry!
Chor:
Dzien Dobry!
Schreiber Solo: Buon Giorno!
Chor:
Buon Giorno!

Während des Liedes treten die Ärzte ein und begrüßen König und Königin. Sie scharen sich um das Bett der Prinzessin, die mit offenen Augen darin sitzt und keinen Schlaf findet.

Erzählerin: Die Ärzte untersuchen die Prinzessin immer und immer wieder.

Musik: Schumann, Fast zu ernst

Während der Musik untersuchen sie die Prinzessin, flößen ihr Tee und Pulver ein, verabreichen ihr Salben und Kompressen, doch nichts bringt die Prinzessin dazu, die Augen zu schließen. Die Prinzessin sitzt im Bett und schnellt jedes Mal wieder hoch wie ein Stehaufmännchen, wenn sie einer der Ärzte in die Kissen drückt. Schließlich wissen sich die Ärzte keinen Rat mehr.

Erzählerin: Sie erkennen, dass keinerlei herkömmliche Medizin der Prinzessin ihren Schlaf wiederbringen kann.

Lied der Ärzte (Melodie: Ich armes, welsches Teufli…“)

Wir können nicht mehr helfen, wir können nicht mehr helfen,
nicht helfen, wir wissen keinen Rat!
Sie hat verlor´n die Träume und kann nun nicht mehr schlafen ein,
schlafen ein, kommt lasst sie nicht allein!
Wir müssen ihn jetzt finden, den listig, kleinen Wurzelgeist,
Wurzelgeist, der durch die Wälder riest.

Arzt: Majestät, wir können der Prinzessin mit unserer Kunst nicht helfen. Ihr ist der Schlaf gestohlen worden und wenn sie ihn nicht wieder zurückbekommt, muss sie sterben.

König: Sterben?

Arzt: So ist es.

König: Nein. Nein! Das darf nicht passieren. Das will ich nicht!

Arzt: Diese Entscheidung liegt nicht in Eurer Hand.

Der König senkt den Kopf, dann fasst er sich.

König: Meine Ritter! Meine tapferen, starken Ritter! Kommt zu mir.

Musik: Schumann, Wichtige Begebenheit

Die Ritter marschieren auf die Bühne und versammeln sich um ihn.

Musik Ende

König: Ihr habt es gehört. Meine Tochter ist todkrank. Geht hinaus und findet ein Heilmittel. Geht … geht in alle Wälder, sucht nach dem Wurzelgeist und bringt meiner Tochter ihren Schlaf zurück!

Amme: Das wird nicht so einfach sein, mein Herr. Der Wurzelgeist ist listig und verschlagen und sein Reich ist groß.

König: Geht.

Die Ritter salutieren.

Ritter: Mit Freude folgen wir Eurem Befehl, Majestät!

Musik: Schumann, Der Ritter vom Steckenpferd

Die Ritter nehmen Schwert und Schild, schwingen sich auf ihre Steckenpferde und reiten in den Wald. Sie suchen in allen Ecken des Waldes, kämpfen mit den Bäumen, wenn sie glauben, den Wurzelgeist dort gefunden zu haben, doch dieser versteckt sich erfolgreich vor ihnen. Gelegentlich finden sie einen anderen Ritter, mit dem sie kämpfen, bis sie merken, dass es sich nicht um den Wurzelgeist handelt. Schließlich kehren sie erschöpft und derangiert ins Schloss zurück.

Musik Ende

Ritter: Wir haben Euren Auftrag ausgeführt, Herr, aber ein Heilmittel konnten wir nicht finden.

Der König verbirgt den Kopf in den Händen und weint.

König: Schreiber! Schreibe folgendes:

Meiner geliebten Tochter wurde vom Wurzelgeist, der Herr über
alles ist, was im Wald lebt, heimtückisch der Schlaf geraubt. Wenn sie ihren Schlaf nicht bald zurückbekommt, muss sie sterben. Demjenigen, der es schafft, den Schlaf der Prinzessin zu finden, erfülle ich JEDEN Wunsch, und wenn es mein Königreich kostet.

Hänge diese Nachricht gut sichtbar an jedes Stadttor und jede Dorfkirche im Reich.

Der Schreiber schreibt mit.

Schreiber: Sehr wohl, Majestät.

Lied des Schreibers (Melodie: „Sonnenregen überm Land…“)

1. Ich will eilen rundherum und jeder soll es sehen!
Die Wartezeit ist schon fast um, es muss etwas geschehen,
Die Wartezeit ist schon fast um, es muss etwas geschehen.
2. Leute höret mir gut zu, damit ihr mir das glaubt:
Der Wurzelgeist, der Waldesmann, hat Wertvolles geraubt!
Der Wurzelgeist, der Waldesmann, hat Wertvolles geraubt!
3. Ich will eilen rundherum und jeder soll es sehen!
Die Wartezeit ist schon fast um, es muss etwas geschehen,
Die Wartezeit ist schon fast um, es muss etwas geschehen.

Der Schreiber rollt das Dokument zusammen und geht. In diesem Moment pocht es laut vernehmlich ans Burgtor. Eine Torwache tritt ein. Sie verbeugt sich.

Torwache: Herr, vor dem Tor steht ein Musikant, der um Einlass bittet.

König: Lasst ihn herein.

Die Torwache lässt den Musikanten ein. Der Musikant verbeugt sich.

Musikant: Majestät, ich bin ein armer Musikant und ziehe von Ort zu Ort. Ich bitte Euch um ein warmes Abendessen und ein Bett für die Nacht. Gern spiele ich Euch heute Abend auf. Zu meiner Musik kann man lachen und weinen, singen, träumen, tanzen und sogar schlafen, was immer Euch gefällt.

König (zum Musikanten): Ihr bekommt Euren Mahlzeit und Euer Bett. Nur um eins bitte ich Euch: spielt für meine Tochter. Sie ist todkrank. Macht Sie ein wenig fröhlich.

Der Musikant betrachtet die Prinzessin und nickt.

Der Musikant setzt seine Bratsche ans Kinn und spielt der Prinzessin vor.

Musik: Schumann, Märchenbilder 1. Satz Nicht schnell, D-moll (verkürzt)

Die Prinzessin lächelt, aber sie schläft nicht ein.

Arzt (ruft): Sie hat gelächelt!

Hofstaat (flüstert): Sie hat gelächelt. Zum ersten Mal seit Tagen hat sie gelächelt!

König (enttäuscht): Aber sie ist nicht eingeschlafen.

Währenddessen schauen sich der Musikant und die Prinzessin tief in die Augen.

Musikant (zur Prinzessin): Was fehlt dir?

Prinzessin (flüstert heiser): Der Wurzelgeist hat meinen Schlaf gestohlen. Niemand kann ihn finden und ohne Schlaf kann ich nicht leben.

Musikant: Wo ist sein Reich?

Prinzessin: In den Wäldern.

Musikant: Ich werde dir helfen, ich verspreche es. (zum König) Ich habe Mitleid mit der Prinzessin. Ich will den Wurzelgeist suchen und nicht eher zurückkehren, bis ich ihren Schlaf gefunden habe.

Der König nickt.

König: Geh mit Gott.

Vorhang zu:

 

Szene 4          WALD                                                           Pantomime mit Musik

Der Musikant durchsucht den Wald nach dem Wurzelgeist, kann ihn aber nirgends entdecken. Die Zuschauer aber sehen den Wurzelgeist, der sich erfolgreich vor dem Musikanten versteckt und ihn an der Nase herumführt und beobachtet.

Suchlied des Musikanten (Melodie „Blau, blau, blau, so blau…):

||: Wo, wo ist er nur, kann ihn nirgends sehn!
Die Zeit läuft davon, wenn ich helfen will,
das muss er doch verstehn! :||

Der Musikant wird müde und setzt sich schließlich an den Fuß eines Baumes und beginnt auf seiner Bratsche zu spielen.

Musik: Schumann, Märchenbilder 2. Satz Lebhaft, F-Dur (verkürzt)

Der Wurzelgeist kommt neugierig hervor, stellt sich vor den Musikanten und hört zu. Der Musikant bemerkt ihn und hört auf zu spielen.

Wurzelgeist: Was ist das für ein Kasten, der solch wundervolle Musik macht?

Musikant: Das ist eine Bratsche. Und nicht die Bratsche macht die Musik, ich mache sie. Guten Tag, wer bist du, kleiner Mann?

Wurzelgeist (schnaubt durch die Nase und plustert sich auf): Halt mich nicht zum Narren. Ich habe genau gehört, wie dieser Kasten Musik gemacht hat. Ich will ihn haben.

Musikant (schmunzelt): Wer sagt, dass ich dir meine Bratsche geben möchte?

Wurzelgeist: Ich gebe dir dafür alles, was du dir wünschst.

Musikant: Alles?

Wurzelgeist: Alles. Ich kann dich reich machen und mächtig. All deine Träume kann ich erfüllen. Komm mit in mein Reich und suche dir etwas aus.

Musikant: Gut. Sehr gerne!

Der Wurzelgeist klatscht in die Hände und unter der Baumwurzel öffnet sich ein Loch, welches tief in die Erde führt. Der Musikant steht auf und sie verschwinden gemeinsam in der Höhle.

                                                                                              währenddessen: Umbau

 

Vorhang auf:

Szene 5          HÖHLE DES WURZELGEISTES

Musik: Schumann, Glückes genug

Der Wurzelgeist und der Musikant betreten die Fest- und Vorratshöhle des Wurzelgeistes. Sie ist angefüllt mit Schätzen und Diamanten, aber auch mit anderen Vorräten. In der Mitte ist eine freie Fläche.

Lied des Wurzelgeistes (Melodie: „Das wünsch ich sehr …“):

||: Das wünsch ich sehr, dass dieser Kasten bei mir wär.
Sein zarter Ton klingt fein und nur für mich allein! :||

Der Wurzelgeist geht mit dem Musikanten von einem Korb zum anderen.

Wurzelgeist: Hier findest du alle Schätze dieser Erde! Ich kann dich reicher machen als jeden König!

Der Wurzelgeist hält ihm eine Handvoll goldener Ketten hin.

Musikant (schüttelt den Kopf): Die brauche ich nicht.

Der Wurzelgeist legt die Ketten wieder zurück und zeigt ihm einen Korb voll Silbermünzen. Der Musikant schüttelt wieder den Kopf.

Musikant: Die auch nicht.

Der Wurzelgeist zeigt auf einen Korb mit Goldstücken.

Wurzelgeist: Wenn nicht Silber dann Gold?

Musikant: Nein. Meine Bratsche ist einzigartig. Sie kann nur gegen etwas Besonderes eingetauscht werden.

Wurzelgeist: Aber schau doch, wie viele Münzen es sind. Du könntest dir die ganze Welt kaufen.

Der Musikant schüttelt lächelnd den Kopf und schaut sich weiter suchend um.

Der Wurzelgeist zieht den Musikanten zu einer Kiste mit riesigen funkelnden Diamanten.

Wurzelgeist: Hier. Die schönsten Edelsteine, die es gibt. Die anmutigsten Mädchen könntest du damit betören.

Der Musikant beachtet ihn nicht. Er hat zwischen all den Kostbarkeiten ein kleines unscheinbares Kästchen entdeckt.

Musikant: Was ist in diesem Kästchen?

Der Wurzelgeist schnappt sich schnell das Kästchen und versteckt es hinter seinem Rücken.

Wurzelgeist: Das kannst du nicht haben.

Musikant: Warum? Du hast versprochen, ich dürfe mir alles aussuchen, was du besitzt.

Wurzelgeist: Das nicht!

Musikant: Du machst mich neugierig. Lass mich wenigstens einmal hineinschauen.

Wurzelgeist (zögerlich): Na gut.

Der Wurzelgeist klappt das Kästchen auf. Der Musikant sieht hinein. Auf weißem Samt liegt ein Fläschchen mit einer tiefblauen Flüssigkeit. Der Musikant schaut in die Flüssigkeit.

Tanz der gefangenen Träume:

Musik: Brahms, Walzer As-Dur

Die Bühne taucht sich in blaues Licht. Die die goldenen Träume der Prinzessin kommen hereingeschwebt und tanzen auf dem Grund des Fläschchens in dem tief dunklen Blau.

Musik Ende

Der Wurzelgeist klappt das Kästchen wieder zu, in diesem Moment verschwinden die Träume und er versteckt das Kästchen hinter seinem Rücken.

Musikant: Wenn du meine Bratsche haben willst, gibt mir das Kästchen dafür.

Wurzelgeist: Niemals.

Der Musikant zuckt mit den Schultern.

Musikant: Dann nicht.

Der Musikant stellt sich in die Mitte der freien Fläche und beginnt, die schönsten Weisen zu spielen, die ihm einfallen.

Musik: Schumann, Märchenbilder 3. Satz Rasch, D-moll (verkürzt)

Die Tiere des Waldes und der Unterwelt kommen aus allen Löchern und Spalten, scharen sich um den Musikanten und hören gebannt zu.

Der Musikant hört auf zu spielen. Abrupt stehen alle still.

Maus (flüstert): Wunderschön.

Der Musikant packt seine Bratsche in den Kasten.

Der Maulwurf zupft ihn am Ärmel.

Maulwurf: Bitte bleib bei uns.

Spinne: Deine Musik erwärmt unser Herz.

Eichhörnchen: Deine Musik würde uns in der langen Winterzeit Freude machen.

Regenwurm: Bitte bleib.

Käfer: Sie ist wie ein Leuchten in der Dunkelheit, heller und strahlender als jeder Edelstein.

Sololied der Tiere (Melodie: „Wenn der Winter müde wird,…“)

1.

Solo Dachs:    Die Musik klingt zart und schön und so leicht wie eine Feder.
Lasst uns tanzen und uns drehen, ganz verträumt singt dann jeder

Einige Tiere:   Wir glücklich und somit wollen wir sagen:
Bleib hier ohne Fragen, wir wären so froh!

Alle:                 Melodie so schön, lass uns zusammenstehen.

2.

Alle:                             Ja, der Dachs und auch der Fuchs bauen riesige Gänge
und der Hase und die Maus leben fröhlich in der Enge
und das Eichhörnchen springt, wenn Spinne und Igel
Hummel, Würmchen und Käfer ihr Liedchen gern singt:
Melodie so schön, lass uns zusammenstehen.

Während des Liedes beginnen die Tiere zu schunkeln und schließlich zu tanzen.

Musikant: Ich bin ein Mensch. Ich kann nicht bei euch unter der Erde leben. Aber ich kann in den Wald kommen und euch dort manchmal vorspielen.

Spinne (traurig): Im Winter können wir nicht über die Erde. Es ist zu kalt.

Wurzelgeist: Der Mensch dort schenkt mir den braunen Kasten. Er wird euch in trüben Wintertagen aufheitern.

Musikant: Nein. Nur, wenn du mir das Kästchen dafür gibst.

Der Wurzelgeist packt das Kästchen fester.

Maulwurf: Bitte, lieber Herr, tausche das Kästchen für die Bratsche.

Alle Tiere: Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte.

Wurzelgeist (kreischt): Nein, alles, was du willst, aber das Kästchen gebe ich NICHT her!

Der Musikant wendet sich zum Gehen.

Die Spinne hält ihn auf.

Spinne: Bitte bleib.

Der Musikant hält inne.

Spinne (zum Wurzelgeist): Wenn du ihm das Kästchen nicht tauschst, halte ich dir nicht mehr die Fliegen und Mücken fern.

Maulwurf: Und ich verstopfe alle Ausgänge zur Oberwelt.

Kaninchen: Und ich grabe keine Höhle mehr für dich.

Regenwurm: Ich sorge dann nicht mehr für frische Luft in deinem Reich.

Eichhörnchen: Und ich sammele keinen Wintervorrat mehr für dich!

Wurzelgeist (in Panik): Dann muss ich verhungern. (wieder gefasst) Gut, gut. (knurrig) Ich gebe dir das Kästchen.

Der Wurzelgeist überreicht dem Musikanten das Kästchen. Der Musikant nimmt es mit verschmitztem Lächeln und überreicht ihm im Gegenzug die Bratsche. Er verbeugt sich vor dem Wurzelgeist.

Musikant: Ich danke dir.

Musikant ab. Der Wurzelgeist stapft vor Wut mit dem Fuß auf.

Wutlied des Wurzelgeistes (Melodie: „Was mögen das für Bäume…“)

Wie konnte mir das nur passieren, mir, dem Herrscher
des Waldes und der Wurzelwelt, reich an Gold und Geld!
||:… Chef der Wurzelwelt … reich an Gold und Geld …:||

Beim Singen der letzten Zeile wird der Wurzelgeist immer leiser und verschwindet schließlich im hinteren Teil der Bühne.

Vorhang zu.

 

Szene 6          WALD                                                          

Mit dem Schlaf der Prinzessin eilt der Musikant so schnell wie es geht zurück zum Schloss.

Suchlied des Musikanten („Melodie „Blau, blau, blau, so blau…“)

||: Schnell, schnell eile ich hin zum Reich aus Gold!
Die Träume, sie werden retten dich, du Prinzessin hold! :||

währenddessen: Umbau

 

Vorhang auf:

Szene 7          SCHLAFZIMMER DER PRINZESSIN

Musik: Schumann, Fast zu ernst

Die Prinzessin sitzt wie tot mit offenen Augen in ihrem Bett. König und Königin sitzen todunglücklich neben dem Bett.

Musik Ende

Der Musikant eilt in das Schlafzimmer der Prinzessin. Er öffnet schnell das Fläschchen und träufelt der Prinzessin den Schlaf in die Augen.

Musik: Brahms: Walzer As Dur

Tanz: Ein Traum nach dem anderen kommt bei jedem Tropfen herein.

Die Prinzessin seufzt und schließt die Augen. Die Träume tanzen um sie herum, betten sie und decken sie zu. Der König und der Musikant halten am Bett der Prinzessin Wache.

Musik Ende

Erzählerin: Und die Prinzessin schlief acht Tage lang und der König und der Musikant wachten an ihrem Bett. Schließlich erwachte sie, frisch und munter ausgeruht.

Die Träume verschwinden. Die Prinzessin erwacht. Sie reckt und streckt sich. Der König, der an ihrem Bett auf dem Stuhl eingenickt war, schreckt auf und umarmt sie. Fast weint er. Der Musikant erhebt sich von seinem Stuhl und wartet.

König: Mein Kind! Mein geliebtes Kind! Du bist wieder gesund.

Prinzessin: Gesund und munter.

Der König wendet sich dem Musikanten zu.

König: Ich habe geschworen, dem Retter meiner Tochter jeden Wunsch zu erfüllen. Was wünschst du dir?

Musikant: Ich musste ja meine Bratsche beim Wurzelgeist lassen und ein Musikant ohne Instrument ist kein Musikant. Majestät, ich bitte Euch um ein neues Instrument.

Der König klatscht in die Hände. Der Diener erscheint.

König: Man bringe mir sofort die beste Bratsche im ganzen Königreich.

Der Diener verneigt sich und eilt davon. In der Zwischenzeit haben die Prinzessin und der Musikant nur Augen füreinander. Der König schmunzelt.

König: Dein Wunsch ist sehr bescheiden. Gibt es noch etwas anderes, womit ich dir eine Freude machen kann?

Musikant (mit einem Blick auf die Prinzessin): Ich bin des Herumziehens müde. Wenn ich mir noch etwas wünschen darf, dann würde ich gerne hier am Hof bleiben und der Prinzessin manchmal vorspielen.

Prinzessin (klatscht vor Freude in die Hände): Au ja!

König: Ich sehe, wie gern ihr euch habt und mache euch einen anderen Vorschlag. Heirate meine Tochter und bleibe hier am Hof, aber nicht als armer Musikant, sondern als mein Nachfolger.

Der Musikant schaut die Prinzessin an. Sie fällt ihm in die Arme.

Musikant: Von Herzen gern nehme ich Euren Vorschlag an.

Alle Mitwirkenden kommen auf die Bühne und feiern mit dem Brautpaar.

Abschlusslied „Shalalalala….“

Refrain: Shalalalala Shalalala Shalalalala Shalalala.

1. Das Böse hat sich doch zum Guten gewandt,
ja glücklich sind wir hier an unserem Waldesrand.
Schenkt die Freude weiter und gebt euch die Hand,
Frieden für das Land!
Hört nun ganz genau den Ton, Rhythmus, Melodie …
Wir stimmen fröhlich mit euch ein
und singen: One, two, three!

Refrain: Shalalalala Shalalala Shalalalala Shalalala.

2. Wir freuen uns mit Euch, dass wir zusammen singen,
ein Leid kann fröhlich nur mit Schwung und Freude klingen,
drum stimmt mit uns nun ein – das macht ihr ganz fein:
Taucht in den Klang hinein!
Hört nun ganz genau den Ton, Rhythmus, Melodie …
Wir stimmen fröhlich mit euch ein
und singen: One, two, three!

Refrain: Shalalalala Shalalala Shalalalala Shalalala.

 

ENDE

Warum nicht?

Hallo ihr Lieben! Hier eine Geschichte für Kindergartenkinder. Die kleine Julie fragt nicht nur ständig „Warum?“, sondern andauernd „Warum nicht?“ und das ist manchmal gar nicht so einfach zu beantworten …. Aber lest einfach selbst. Viel Spass!

 

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Warum nicht?

Julie ging mit Mama an der Hand vom Kindergarten nach Hause. Jeden Tag liefen sie denselben Weg. Die Sonne schien und versprach einen schönen Nachmittag. Das Grundstück vor ihnen trennte ein niedriger Zaun vom Gehweg. Dahinter im Garten lag ein kleiner privater Spielplatz. Er sah aus, als wäre er seit Jahrzehnten nicht mehr benutzt worden. Eine rote Schaukel baumelte im Wind. Der kleine Sandkasten war mit einer Plane abgedeckt und die Tür eines Miniaturhäuschens hing windschief in den Angeln. Julie hatte schon immer auf diesen Spielplatz gewollt, aber immer war das Gartentor fest verschlossen gewesen. Doch an diesem Tag stand es weit offen.

Wie ein Wirbelwind spurtete sie den Weg entlang und bevor Mama es verhindern konnte, war sie durch das verrostete Gartentor in den Garten gehüpft.
„Julie! Das macht man doch nicht!“ Mama hechtete hinterher und blieb am Gartenzaun stehen. „Julie, komm sofort wieder zurück!“
Julie drehte sich mit unschuldiger Miene um und schaute Mama mit großen Augen an. „Warum nicht?“
Mama seufzte. „Komm bitte da raus. Die Leute wollen sicher nicht, dass du in ihrem Garten spielst.“
„Warum nicht?“, wiederholte Julie noch einmal.
Mama stöhnte. „Weil … weil sie vielleicht ihre Ruhe haben wollen?“
„Aber hier ist doch gar keiner da.“
Mama verdrehte die Augen. „Nein, schon, aber … aber der Garten gehört doch jemandem.“ Sie holte tief Luft und hub an zu erklären. „Schau mal, Julie, du willst doch auch nicht, dass jemand mit deinem Kuschelhasen spielt, wenn du im Kindergarten bist, oder? Obwohl du nicht da bist.“
Julie überlegte einen Augenblick, dann hellte sich ihre Miene auf. „Wir fragen einfach. Das machen wir im Kindergarten auch so.“
Und bevor Mama es verhindern konnte, war sie schon zur Tür gehüpft und hatte auf den Klingelknopf gedrückt. Mama hastete hinterher.

In diesem Moment öffnete eine ältere Dame und schaute Julie erstaunt an.
„Darf ich in deinem Garten spielen? Der ist so schön“, platzte Julie heraus. Mama schlug die Hände über dem Kopf zusammen.

Der Blick älteren der Dame wanderte zu dem offenen Gartentor und dann wieder zurück zu dem Kind. Dann lächelte sie. „Oh, da habe ich wohl das Gartentor offen stehenlassen, aber du darfst. Es war lange mehr kein Kind in meinem Garten.“
Julie strahlte. „Danke!“ und flitzte zu der etwas rostigen Schaukel. Sie schwang sich darauf und schaukelte wild hin und her.
Mama warf der Dame einen entschuldigenden Blick zu, während diese zum Tor ging, um es zu schließen. „Es tut mir furchtbar leid, dass wir Sie gestört haben. Das wollte ich wirklich nicht, aber … aber ich war einfach nicht schnell genug.“
Die Dame lächelte. „Aber das macht doch nichts. Ich freue mich.“
Julie war inzwischen von der Schaukel gehüpft und rannte wieder auf die beiden zu. Neugierig schaute sie der alten Dame ins Gesicht. „Wie heißt du?“ fragte sie.
„Sie, es heißt Sie“, flüsterte ihre Mutter dazwischen.
„Ich heiße Margarete und du?“
„Julie. Buddelst du mit mir?“
Die Dame lächelte. „Nein, Kleine. Ich bin gerade am Backen, aber wenn du noch eine kleine Weile hier bist, dann bekommst du nachher ein Stück frischgebackenen Apfelkuchen.“
Julie strahlte sie an. „Fein, dann backe ich dir in der Zwischenzeit auch einen Sandkuchen und wir tauschen“, und – schwupps – war sie wieder verschwunden.
Mama wehrte ab. „Aber das ist wirklich nicht nötig.“
Margarete schaute sie verschmitzt an. „Warum nicht? Ich habe nicht so oft so lebhaften Besuch. Und wenn mir das offene Gartentor so einen liebreizenden Wirbelwind beschert hat, dann muss man das ausnutzen.“
Nun lächelte auch Mama und ergab sich ihrem Schicksal.

Wenig später saßen alle drei am Gartentisch, tranken Kaffee – oder in Julies Fall Kakao – und aßen Apfelkuchen.
„Du bist total nett“, nuschelte Julie mit vollem Mund.
„Julie, man spricht nicht mit vollem Mund“, ermahnte sie die Mutter.
„Warum nicht?“
„Weil man dich nicht verstehen kann.“
„Ach so.“ Julie schluckte runter. „Könnte aber auch daran liegen, dass du dir nicht die Ohren gewaschen hast, Mama.“
Margarete lachte.
Mama wurde rot. „Daran liegt es ganz bestimmt nicht.“
„So, man kann also mit ungewaschenen Ohren gut hören, aber mit vollem Mund nicht gut sprechen? Da hast du mir gestern Abend aber noch was ganz anderes erzählt!“
Ohne Kommentar aß Mama ihren Apfelkuchen weiter.
Margarete kicherte wie ein junges Mädchen.
Julie sah sie altklug an. „Ist doch unlogisch, oder findest du nicht?“
„Julie, man sagt „Sie“ zu Erwachsenen.“
„Warum?“
„Weil es höflicher ist.“
„Was heißt höflich?“
„Dass man denjenigen nett und freundlich und mit Respekt behandelt.“
„Was ist Respekt?“
„Respekt ist so etwas wie Achtung.“
„Achtung, das kenn ich. Achtung, Achtung eine Durchsage.“ Julie hielt ihre Hände an den Mund wie ein Trichter. „Der Zug nach Düsseldorf hat zehn Minuten Verspätung! Aber wir sind hier doch gar nicht auf dem Bahnhof.“
„Nein.“
Margarete mischte sich ein. „Julie, du bist ein wundervolles, kleines Mädchen und du bist genau so richtig wie du bist. Du bist sehr kostbar und wertvoll – wie ein kleiner Edelstein.“
Über Julies Gesicht ging die Sonne auf. „Das hast du schön gesagt.“
„Das ist Achtung.“
„Du hast aber gar nicht Sie zu mir gesagt.“
„Das ist auch gar nicht notwendig dafür.“
Julie drehte sich zu ihrer Mutter um. „Siehste! Alles Quatsch.“

Auf den Kaffeetassen sah man nur noch den Bodensatz und die Kuchenteller waren bis auf den letzten Krümel leergeputzt.
Julie saß wieder auf der Schaukel und winkte Mama und Margarete zu. „Huhu! Margarete!!! Willst du auch mal schaukeln?“
Margarete schüttelte lachend den Kopf.
Julie sprang mit einem Satz von der Schaukel und lief zum Tisch. Sie zupft Margarete am Ärmel. „Nun komm schon! Ich will, dass du auch mal schaukelst!“
„Ich möchte …“, korrigiert Mama.
Julie sieht sie erbost an. „Ich möchte gar nicht, ich will.“
„Das sagt man aber nicht.“
„Warum nicht?“
„Weil es nicht höflich ist.“
„Schon wieder dieses Wort. Ich dachte, das hätte was mit dem Bahnhof zu tun und nun sagst, man ist höflich, wenn man lügt.“
„Das habe ich nicht gesagt.“
„Aber ich sollte doch nicht die Wahrheit sagen. Ist das nicht dasselbe?“
Mama seufzte, wie schon so oft an diesem Nachmittag.

Margarete unterbrach das Gespräch, indem sie aufstand und mit Julie an der Hand zur Schaukel ging. „Ich werde es mal mit dem Schaukeln probieren, aber du musst mich ganz vorsichtig anstoßen, wie bei einem sehr kleinen Kind.“
„Warum?“
„Weil ich schon sehr alt bin und sehr lange nicht auf einer Schaukel gesessen habe.“ Margarete setzte sich auf die rote Schaukel und Julie schubste sie an.
„Warum eigentlich nicht? Die Schaukel steht doch die ganze Zeit bei dir im Garten!“
Margarete lachte. „Ich glaube, es liegt einfach daran, dass allein schaukeln viel weniger Spaß macht als zu zweit.“
Julie nickte. Das konnte sie verstehen. „Dann muss ich eben ganz oft wiederkommen, damit du das Schaukeln wieder lernst.“ Sie unterbrach sich für einen Moment und zog die Nase kraus. „Warum hast du eigentlich nicht schon früher ein Kind in deinen Garten eingeladen, wenn du nicht gern alleine spielst?“
Unsicher klammerte sich Margarete an den Kettengliedern der Schaukel fest und überlegte. „Ich weißt nicht, ich bin einfach nicht auf den Gedanken gekommen, weil man so etwas im Allgemeinen eben nicht tut.“
Julie grinste. „Wer ist eigentlich dieser komische Mann, der immer allen Leuten die lustigen und spannenden Sachen verbietet?“
Margarete lachte. „Ich weiß auch nicht, aber weißt du, was ich weiß? Ich glaube, du hast Recht. Du solltest sehr bald wiederkommen. Das geht nicht, dass eine so alte Frau wie ich noch nicht einmal schaukeln kann.“
„Nein“, stimmte Julie zu. „Das geht wirklich nicht.“

Der geraubte Schlaf

Hier kommt das Kindertheaterstück, welches wir gerade mit der Theater-AG an der Schule meiner Tochter proben. Es ist nach einem Märchen, welches die Kinder sehr gerne als Gute-Nacht-Geschichte gehört haben. Das Original-Märchen habe ich der besseren Verständlichkeit halber mit eingefügt, obwohl es nicht von mir geschrieben ist. Spezifische Musikszenen sind noch nicht eingefügt, da diese die Lehrerin bearbeitet, mit der ich das Stück zusammen inszeniere. Ich werde später nachreichen, was wir für Musik verwendet haben.

 Der geraubte Schlaf
Kindermusical nach einem Märchen

FIGUREN

Erzählerin

Wurzelgeist (kann sowohl von einem Mädchen als auch von einem Jungen gespielt werden)
Musikant
Prinzessin
König

Hofstaat des Königs:
Amme der Prinzessin
Torwache
Schreiber
Diener

Ärzte
Ritter des Königs

Hofstaat des Wurzelgeistes:
alle Tiere, die unter der Erde leben, in ihr Höhlen bauen oder ihre Vorräte verstecken
wie
Eichhörnchen
Kaninchen
Maulwurf
Regenwurm
Käfer
Tausendfüßler
Assel
Spinne
Maus
Dachs
Fuchs
Schnecke
Igel
Blindschleiche
Ratte
Grille
Ameise

Die goldenen Träume der Prinzessin (drei bis max. fünf)

Fliegenpilz

SZENENBILDER

Die Spinnstube (ein Ort neben der Hauptbühne, wo die Erzählerin sitzt)
der Wald (gut vor dem Vorhang zu spielen)
das Schlafzimmer der Prinzessin im Schloss
die Palasthöhle des Wurzelgeistes

 

DAS MÄRCHEN

Es war einmal ein reicher, kluger und gütiger König. Er war so reich, dass er in einem Schloss aus purem Gold wohnte, er war so klug, dass sich alle Gelehrten des Landes um ihn versammelten und ihn um Rat fragten, und er war so gütig, dass die Blumen und Gräser sich vor ihm neigten und die scheuen Tiere herbeikamen, wenn er durch die Wälder und über die Felder seines Landes ritt.

Aber trotzdem war der König nicht glücklich, denn seine einzige schöne Tochter, die er über alles liebte, hatte ein großes Unglück betroffen. Als die Prinzessin eines Tages mit ihrem goldenen Ball durch den Wald hüpfte, zertrat sie beim Spielen ganz ohne Absicht einen kleinen Fliegenpilz. Der Wurzelgeist, welcher Herr über alles ist, was im Walde wächst, wurde darüber so böse, dass er beschloss, sich zu rächen, und eines Nachts schlich er sich heimlich ins Schloss und raubte der Prinzessin ihren Schlaf. Die Prinzessin war erschreckt aufgewacht und hatte gerade noch den hässlichen braunen Wurzelgeist davoneilen sehen.

Da lag die arme Prinzessin in ihrem goldenen Bett mit brennenden Augen, die der Schlaf nicht mehr schloss, und wurde von Tag zu Tag blasser und elender. Der König ließ die berühmtesten Ärzte kommen, aber auch sie konnten der Prinzessin nicht helfen, und bald ging die traurige Kunde, dass die Prinzessin wohl sterben müsse, wenn ihr der Schlaf nicht bald zurückgegeben würde. Der König schickte viele beherzte Männer in die Wälder, um den Wurzelgeist zu fangen und ihm den Schlaf der Prinzessin wieder abzunehmen, aber niemand wusste, wo der Wurzelgeist wohnte, denn sein unterirdisches Reich war groß, und in jedem Erdloch konnte er sich verstecken. Da wurde der König so verzweifelt, dass er versprach, demjenigen, der seiner Tochter den Schlaf wiederbrächte, jeden Wunsch zu erfüllen und wenn er auch das ganze Königreich fordere.

Zu dieser Zeit wanderte ein Musikant durch das Land, und eines Tages kam er auch an den königlichen Hof. Weil der König hoffte, seine Tochter mit Musik ein wenig aufheitern zu können, ließ er den Geiger zu sich führen und bat ihn, der Prinzessin vorzuspielen. Und dieser spielte so schön, dass alle, die ihm zuhörten, ganz verzaubert waren. Auch die Prinzessin lächelte zum ersten Male wieder. Aber selbst die zartesten Töne der Geige konnte sie nicht in den Schlaf wiegen. Da wurde der Musikant traurig und beschloss, der Prinzessin zu helfen.

Noch am gleichen Tage machte er sich auf, um den Wurzelgeist zu suchen. Er wanderte drei Tage und drei Nächte durch den Wald, schaute in jedes Erdloch und unter jeden Stein, rief den Namen des Wurzelgeistes in die Lüfte und fragte jeden, der ihm begegnete, nach ihm, aber vergeblich. Müde und hungrig setzte er sich endlich am Fuß eines riesigen, hohlen Baumes nieder, und um seine trüben Gedanken zu verscheuchen, geigte er sich ein lustiges Lied. Da regte sich plötzlich etwas in dem hohlen Baumstumpf hinter ihm, und aus einem Astloch schaute das brauche, runzelige Gesicht eines kleinen Männchens hervor. Der Musikant wusste sofort, dass dies der Wurzelgeist sein musste, aber er ließ sich nichts anmerken. „Was ist das für ein Ding, von dem die schönen Töne kommen?“ fragte der Wurzelgeist. „Ich möchte diesen braunen Kasten haben, was willst du dafür?“ Der Musikant bedachte sich, dann sagte er: „Zeig mir alles, was dir gehört, ich werde mir etwas aussuchen.“ Der Wurzelgeist lachte vergnügt: „Wenn du willst, können wir gleich gehen.“ Er klatschte in die Hände, da wurde am Fuß des Baumes eine Treppe sichtbar; die stiegen sie hinunter, und immer tiefer und tiefer ging’s hinab, bis sie endlich in einen großen Saal kamen, in dem überall Truhen und Kisten standen, angefüllt mit Perlen, Gold und Edelsteinen. Der Wurzelgeist hob einen Deckel nach dem anderen auf und fragte: „Willst du dies, willst du das?“ Aber der Geiger schüttelte jedes Mal den Kopf. „Nein, nein, meine Geige ist viel, viel kostbarer.“ Endlich kamen sie an das letzte Kästchen, das ganz aus Elfenbein geschnitzt war; aber als der Geiger seine Hand danach ausstreckte, rief der Wurzelgeist schnell: „Das kannst du nicht bekommen.“ Der Geiger bat jedoch, er möchte wenigstens sehen, was in dem Kästchen sei. Da öffnete der Wurzelgeist das Kästchen, und der Musikant erblickte darin ein gläsernes Fläschchen, und als er das Fläschchen herausnahm, schaute er in eine blaue, unendliche Tiefe, auf deren Grund goldene Träume tanzten. Es war der Schlaf der Prinzessin. „Wenn du meine Geige haben willst, musst du mir dieses Fläschchen geben“, sagte der Geiger. „Nein, nein“, schrie der Wurzelgeist, „das kannst du nicht haben!“ Als die ersten Töne erklangen, kamen Maulwürfe, Mäuse, Würmer, Käfer und viele, viele andere Tiere aus ihren Löchern hervorgekrochen und lauschten, und er spielte, bis er vor Müdigkeit fast umfiel. „Bleib bei uns“, flehten die Tiere. „Deine Musik bringt uns Freude in unserem Leben hier unter der Erde, bleib bei uns mit deinem braunen Kasten.“ – „Das geht nicht“, antwortete der Geiger, „ich bin doch ein Mensch und gehöre auf die Erde. Aber ich will euch meine Geige hierlassen, wenn mir der Wurzelgeist das kleine, weiße Kästchen schenkt. Ihr müsst ihn nur darum bitten.“ Das taten die Tiere, aber der Wurzelgeist hörte nicht auf sie, er hielt das Kästchen mit beiden Händen fest und schrie, dass er es nie herausgeben würde. Da wurden die Tiere böse. Die Maulwürfe drohten, dass sie alle Zugänge zur Erde zuschütten wollten, und die Mäuse wisperten, dass sei ihm keinen Wintervorrat mehr herbei schaffen und ihn verhungern lassen würden. Als der Wurzelgeist das hörte, bekam er Angst, und es blieb ihm nichts anderes übrig, als dem Musikanten das Kästchen zu geben und ihn auf die Erde zurückzubringen.
Der Musikant eilte nun, so schnell ihn seine Füße trugen, nach dem königlichen Schloss zurück, wo er alle in tiefer Trauer fand, denn die Prinzessin lag still und weiß auf ihren Kissen und atmete kaum noch. Rasch nahm der Geiger das gläserne Fläschchen aus dem Elfenbeinkasten und tröpfelte der Prinzessin den Schlaf in die Augen, da tat sie einen tiefen Seufzer und schlief acht Tage lang. Und als sie dann ausgeschlafen hatte und erwachte, war sie schöner und lieblicher als zuvor.
Der König ließ den Geiger zu sich kommen, dankte ihm aus vollem Herzen und fragte ihn, welchen Wunsch er ihm erfüllen solle. Da bat der Musikant um eine neue Geige, denn er hatte doch seine alte beim Wurzelgeist lassen müssen. Der König befahl sofort, dass man die beste Geige im ganzen Land herbeischaffe, und er überreichte sie dem Musikanten. „Dein Wunsch ist sehr bescheiden“, sagte der König, „die hast für uns mehr getan, als wir dir jemals vergelten können.“ – „Herr König“, antwortete der Musikant, „wenn ich mir noch etwas wünschen darf, so möchte ich hier am Hof bleiben und der Prinzessin manchmal vorspielen. Ich bin des Herumziehens müde.“ – „Eine größere Freude kannst du der Prinzessin nicht machen“, sagte der König. „Ich weiß, dass sie dich und deine Geige liebgewonnen hat. Du sollst bei uns bleiben, aber nicht als Musikant, sondern ich will dich zu meinem Nachfolger machen und dir meine Tochter zur Frau geben.“ Da wurde dem armen Muskanten ganz schwindelig vor Glück. Er fasste die Prinzessin bei der Hand und versprach, von nun an ihren Schlaf zu bewachen, damit ihn niemand mehr stehlen könne – und sie lebten lange Jahre in Glück und Freude zusammen.

ENDE

Prolog                        SPINNSTUBE          

Die Erzählerin sitzt auf ihrem Platz neben der Bühne vor einem Spinnrad und spinnt. Sie hält inne und schaut auf.

Erzählerin: Hallo Kinder, schön euch zu sehen! In alten Zeiten saßen die Mädchen und Frauen zusammen in Spinnstuben wie dieser hier, spannen Wolle, webten Stoff, stellen Kleider her und erzählten sich derweil die Geschichten – …Geschichten, die wir heute Märchen nennen. Und eines davon möchte ich euch heute erzählen:

Vorhang auf:

 

Szene 1          WALD                                                           Pantomime oder Tanz

Erzählerin: Es war einmal ein reicher, kluger und gütiger König. Er war so reich, dass er in einem Schloss aus purem Gold wohnte, er war so klug, dass sich alle Gelehrten des Landes um ihn versammelten und ihn um Rat fragten, und er war so gütig, dass die Blumen und Gräser sich vor ihm neigten und die scheuen Tiere herbeikamen, wenn er durch die Wälder und über die Felder seines Landes ritt. Aber trotzdem war der König nicht glücklich, denn seine einzige schöne Tochter, die er über alles liebte, hatte ein großes Unglück betroffen. Als die Prinzessin eines Tages mit ihrem goldenen Ball durch den Wald hüpfte, zertrat sie beim Spielen ganz ohne Absicht einen kleinen Fliegenpilz. Der Wurzelgeist, welcher Herr über alles ist, was im Walde wächst, wurde darüber so böse, dass er beschloss, sich zu rächen …

Die Prinzessin geht im Wald spazieren. Sie summt ein Lied und spielt mit ihrer goldenen Kugel. Die Tiere des Waldes kommen neugierig näher und die mutigsten lassen sich sogar von ihr streicheln. Als die Prinzessin beginnt, ihnen den Ball zuzurollen, spielen sie mit ihr. Dem Wurzelgeist gefällt das gar nicht. Er versucht, sie aus seinem Reich zu verjagen, doch sie bemerkt ihn gar nicht. Beim Spiel zertritt sie in unachtsamer Naivität einen Fliegenpilz (gespielt von einem Kind) unter ihren Füßen. Der Wurzelgeist ist wütend und schüttelt die Fäuste.

 

Szene 2          SCHLAFZIMMER DER PRINZESSIN        Pantomime oder Tanz

Erzählerin: … und eines Nachts schlich er sich heimlich ins Schloss und raubte der Prinzessin ihren Schlaf.

Der Wurzelgeist schleicht in der Nacht ins Schloss an das Bett der Prinzessin, raubt ihren Schlaf und ihre goldenen Träume, sperrt sie in ein kleines Fläschchen und verschwindet so leise und unbemerkt wie er gekommen ist. Die Prinzessin wacht mit einem Schrei auf und sitzt dann aufrecht im Bett und kann nicht mehr einschlafen. König und Gefolge kommen, durch den Radau geweckt ans Bett.

König: Mein Kind! Ist alles in Ordnung? Geht es dir gut?

Prinzessin: Ja, ja ich glaube schon. Ich bin nur … verwirrt. (Sie reibt sich die Augen.) Ich habe … ich habe von einem hässlichen, braunen Männchen geträumt. Es hat mich durch den Wald bis ins Schloss verfolgt und wollte mir etwas stehlen. Ich weiß nicht was, nur, dass es sehr wertvoll war. Und … als es das getan hatte, bin ich aufgewacht und sah eben genau dieses Männchen aus dem Schlafzimmer huschen.

König (beruhigend):Sicher hast du noch geträumt.

Amme: Das Männchen, welches die Prinzessin beschreibt, war ganz bestimmt der Wurzelgeist, der Herr über alles ist, was im Wald lebt.

Der König lächelt milde.

König: Den Wurzelgeist gibt es nicht. Das weißt du so gut wie ich, Marie. Schlaf wieder ein, meine Tochter.

Amme (murmelt): Und doch gibt es ihn, den Wurzelgeist.

Die Prinzessin legt sich hin und versucht, die Augen zu schließen. Wie eine Puppe schießt sie wieder nach oben und bleibt erschrocken im Bett sitzen.

Prinzessin: Ich kann nicht einschlafen.

Der König starrt sie entsetzt an.

Szene 3          SCHLAFZIMMER DER PRINZSSIN

Erzählerin: Da saß die arme Prinzessin in ihrem goldenen Bett mit brennenden Augen, die der Schlaf nicht mehr schloss, und wurde von Tag zu Tag blasser und elender. Der König ließ die berühmtesten Ärzte kommen.

Einige Tage später.

Musikszene: Die berühmtesten Ärzte scharen sich um das Bett der Prinzessin, die mit offenen Augen darin liegt und keinen Schlaf findet. Sie untersuchen sie, flößen ihr Tee und Pulver ein, verabreichen ihr Salben und Kompressen, doch nichts bringt die Prinzessin dazu, die Augen zu schließen. Die Prinzessin sitzt im Bett und schnellt jedes Mal wieder hoch wie ein Stehaufmännchen, wenn sie einer der Ärzte in die Kissen drückt. Schließlich wissen sich die Ärzte keinen Rat mehr.

Arzt: Majestät, wir können der Prinzessin mit unserer Kunst nicht helfen. Ihr ist der Schlaf gestohlen worden und wenn sie ihn nicht wieder zurückbekommt, muss sie sterben.

König: Sterben?

Arzt: So ist es.

König: Nein. Nein! Das darf nicht passieren. Das will ich nicht!

Arzt: Diese Entscheidung liegt nicht in Eurer Hand.

Der König senkt den Kopf, dann fasst er sich.

König: Meine Ritter! Meine tapferen, starken Ritter! Kommt zu mir. (Die Ritter versammeln sich um ihn.) Ihr habt es gehört. Meine Tochter ist todkrank. Geht hinaus und findet ein Heilmittel. Geht … geht in alle Wälder, sucht nach dem Wurzelgeist und bringt meiner Tochter ihren Schlaf zurück!

Amme: Das wird nicht so einfach sein, mein Herr. Der Wurzelgeist ist listig und verschlagen und sein Reich ist groß.

König: Geht.

Die Ritter salutieren.

Ritter: Mit Freude folgen wir Eurem Befehl, Majestät!

Musikszene: Die Ritter nehmen Schwert und Schild, schwingen sich auf ihre Steckenpferde und reiten in den Wald. Sie suchen in allen Ecken des Waldes, kämpfen mit den Bäumen, wenn sie glauben, den Wurzelgeist dort gefunden zu haben, doch dieser versteckt sich erfolgreich vor ihnen. Gelegentlich finden sie einen anderen Ritter, mit dem sie kämpfen, bis sie merken, dass es sich nicht um den Wurzelgeist handelt. Schließlich kehren sie erschöpft und derangiert ins Schloss zurück.

Ritter: Wir haben Euren Auftrag ausgeführt, Herr, aber ein Heilmittel konnten wir nicht finden.

Der König verbirgt den Kopf in den Händen und weint.

König: Schreiber! Schreibe folgendes:

Meiner geliebten Tochter wurde vom Wurzelgeist, der Herr über
alles ist, was im Wald lebt, heimtückisch der Schlaf geraubt. Wenn sie ihren Schlaf nicht bald zurückbekommt,
muss sie sterben. Demjenigen, der es schafft, den Schlaf der Prinzessin zu finden, erfülle ich JEDEN Wunsch,
und wenn es mein Königreich kostet.

Hänge diese Nachricht gut sichtbar an jedes Stadttor und jede Dorfkirche im Reich.

Der Schreiber schreibt mit.

Schreiber: Sehr wohl, Majestät.

In diesem Moment pocht es laut vernehmlich ans Burgtor. Eine Torwache tritt ein. Sie verbeugt sich.

Torwache: Herr, vor dem Tor steht ein Geiger, der um Einlass bittet.

König: Lasst ihn herein.

Die Torwache verbeugt sich nochmals und geht.

Der König bespricht sich mit dem Schreiber. Dieser rollt das Dokument zusammen und geht.

In diesem Moment kommt die Torwache mit dem Musikanten wieder. Der Musikant verbeugt sich.

Musikant: Majestät, ich bin ein armer Musikant und ziehe von Ort zu Ort. Ich bitte Euch um ein warmes Abendessen und ein Bett für die Nacht. Gern spiele ich Euch heute Abend auf. Zu meiner Musik kann man lachen und weinen, singen, träumen, tanzen und sogar schlafen, was immer Euch gefällt.

König (zum Musikanten): Ihr bekommt Euren Mahlzeit und Euer Bett. Nur um eins bitte ich Euch: spielt für meine Tochter. Sie ist todkrank. Macht Sie ein wenig fröhlich.

Der Geiger betrachtet die Prinzessin und nickt.

Musikszene: Der Musikant setzt seine Geige ans Kinn und spielt der Prinzessin vor. Sie lächelt, aber sie schläft nicht ein.

Arzt (ruft): Sie hat gelächelt!

Hofstaat (flüstern): Sie hat gelächelt. Zum ersten Mal seit Tagen hat sie gelächelt!

König (enttäuscht): Aber sie ist nicht eingeschlafen.

Währenddessen schauen sich der Musikant und die Prinzessin tief in die Augen. Der Musikant dreht sich zum König um.

Musikant: Was fehlt dir?

Prinzessin (flüstert heiser): Der Wurzelgeist hat meinen Schlaf gestohlen. Niemand kann ihn finden und ohne Schlaf kann ich nicht leben.

Musikant: Wo ist sein Reich?

Prinzessin: In den Wäldern.

Der Musikant streicht ihr vorsichtig über die Wange.

Musikant: Ich werde dir helfen, ich verspreche es. (zum König)  Ich habe Mitleid mit der Prinzessin. Ich will den Wurzelgeist suchen und nicht eher zurückkehren, bis ich ihren Schlaf gefunden habe.

Der König nickt.

König: Geh mit Gott.

Szene 4          WALD                                                           Pantomime mit Musik

Der Musikant durchsucht den Wald nach dem Wurzelgeist, kann ihn aber nirgends entdecken. Die Zuschauer aber sehen den Wurzelgeist, der sich erfolgreich vor dem Musikanten versteckt und ihn an der Nase herumführt und beobachtet. Der Musikant wird müde und setzt sich schließlich an den Fuß eines Baumes und beginnt auf seiner Geige zu spielen. Der Wurzelgeist kommt neugierig hervor, stellt sich vor den Musikanten und hört zu. Der Musikant bemerkt ihn und hört auf zu spielen.

Wurzelgeist: Was ist das für ein Kasten, der solch wundervolle Musik macht?

Musikant: Das ist eine Geige. Und nicht die Geige macht die Musik, ich mache sie. Guten Tag, wer bist du, kleiner Mann?

Wurzelgeist (schnaubt durch die Nase und plustert sich auf): Halt mich nicht zum Narren. Ich habe genau gehört, wie dieser Kasten Musik gemacht hat. Ich will ihn haben.

Musikant (schmunzelt): Wer sagt, dass ich dir meine Geige geben möchte?

Wurzelgeist: Ich gebe dir dafür alles, was du dir wünschst.

Musikant: Alles?

Wurzelgeist: Alles. Ich kann dich reich machen und mächtig. All deine Träume kann ich erfüllen. Komm mit in mein Reich und suche dir etwas aus.

Musikant: Gut. Sehr gerne!

Der Wurzelgeist klatscht in die Hände und unter der Baumwurzel öffnet sich ein Loch, welches tief in die Erde führt. Der Musikant steht auf und sie verschwinden gemeinsam in der Höhle.

                                                                                              währenddessen: Umbau

Szene 5          HÖHLE DES WURZELGEISTES

Der Wurzelgeist und der Musikant betreten die Fest- und Vorratshöhle des Wurzelgeistes. Sie ist angefüllt mit Schätzen und Diamanten, aber auch mit anderen Vorräten. In der Mitte ist eine freie Fläche. Der Wurzelgeist geht mit dem Musikanten von einem Korb zum anderen.

Wurzelgeist: Hier findest du alle Schätze dieser Erde! Ich kann dich reicher machen als jeden König!

Der Wurzelgeist hält ihm eine Handvoll goldener Ketten hin.

Musikant (schüttelt den Kopf): Die brauche ich nicht.

Der Wurzelgeist legt die Ketten wieder zurück und zeigt ihm einen Korb voll Silbermünzen. Der Musikant schüttelt wieder den Kopf.

Musikant: Die auch nicht.

Der Wurzelgeist zeigt auf einen Korb mit Goldstücken.

Wurzelgeist: Wenn nicht Silber dann Gold?

Musikant: Nein. Meine Geige ist einzigartig. Sie kann nur gegen etwas Besonderes eingetauscht werden.

Wurzelgeist: Aber schau doch, wie viele Münzen es sind. Du könntest dir die ganze Welt kaufen.

Der Musikant schüttelt lächelnd den Kopf und schaut sich weiter suchend um.

Der Wurzelgeist zieht den Musikanten zu einer Kiste mit riesigen funkelnden Diamanten.

Wurzelgeist: Hier. Die schönsten Edelsteine, die es gibt. Die anmutigsten Mädchen könntest du damit betören.

Der Musikant beachtet ihn nicht. Er hat zwischen all den Kostbarkeiten ein kleines unscheinbares Kästchen entdeckt.

Musikant: Was ist in diesem Kästchen?

Der Wurzelgeist schnappt sich schnell das Kästchen und versteckt es hinter seinem Rücken.

Wurzelgeist: Das kannst du nicht haben.

Musikant: Warum? Du hast versprochen, ich dürfe mir alles aussuchen, was du besitzt.

Wurzelgeist: Das nicht!

Musikant: Du machst mich neugierig. Lass mich wenigstens einmal hineinschauen.

Wurzelgeist (zögerlich): Na gut.

Der Wurzelgeist klappt das Kästchen auf. Der Musikant sieht hinein. Auf weißem Samt liegt ein Fläschchen mit einer tiefblauen Flüssigkeit. Der Musikant schaut in die Flüssigkeit.

Tanzszene: Auf dem Grund des Fläschchens in dem tief dunklen Blau tanzen die goldenen Träume der Prinzessin.

Der Wurzelgeist klappt das Kästchen wieder zu und versteckt es hinter seinem Rücken.

Musikant: Wenn du meine Geige haben willst, gibt mir das Kästchen dafür.

Wurzelgeist: Niemals.

Der Musikant zuckt mit den Schultern.

Musikant: Dann nicht.

Musikszene: Der Musikant stellt sich in die Mitte der freien Fläche und beginnt, die schönsten Weisen zu spielen, die ihm einfallen.

Die Tiere des Waldes und der Unterwelt kommen aus allen Löchern und Spalten, scharen sich um den Musikanten und hören gebannt zu. Sie beginnen zu schunkeln und mit zu summen und schließlich zu tanzen.

Der Musikant hört auf zu spielen. Abrupt stehen alle still.

Maus (flüstert): Wunderschön.

Der Musikant packt seine Geige in den Geigenkasten.

Der Maulwurf zupft ihn am Ärmel.

Maulwurf: Bitte bleib bei uns.

Spinne: Deine Musik erwärmt unser Herz.

Eichhörnchen: Deine Musik würde uns in der langen Winterzeit Freude machen.

Regenwurm: Bitte bleib.

Käfer: Sie ist wie ein Leuchten in der Dunkelheit, heller und strahlender als jeder Edelstein.

Musikant: Ich bin ein Mensch. Ich kann nicht bei euch unter der Erde leben. Aber ich kann in den Wald kommen und euch dort manchmal vorspielen.

Spinne (traurig): Im Winter können wir nicht über die Erde. Es ist zu kalt.

Wurzelgeist: Der Mensch dort schenkt mir den braunen Kasten. Er wird euch in trüben Wintertagen aufheitern.

Musikant: Nein. Nur, wenn du mir das Kästchen dafür gibst.

Der Wurzelgeist packt das Kästchen fester.

Maulwurf: Bitte, lieber Herr, tausche das Kästchen für die Geige.

Alle Tiere: Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte. Bitte.

Wurzelgeist (kreischt): Nein, alles, was du willst, aber das Kästchen gebe ich NICHT her!

Der Musikant wendet sich zum Gehen.

Die Spinne hält ihn auf.

Spinne: Geh nicht.

Der Musikant hält inne.

Spinne (zum Wurzelgeist): Wenn du ihm das Kästchen nicht tauschst, halte ich dir nicht mehr die Fliegen und Mücken fern.

Maulwurf: Und ich verstopfe alle Ausgänge zur Oberwelt.

Kaninchen: Und ich grabe keine Höhle mehr für dich.

Regenwurm: Ich sorge dann nicht mehr für frische Luft in deinem Reich.

Eichhörnchen: Und ich sammele keinen Wintervorrat mehr für dich!

Wurzelgeist (in Panik): Dann muss ich verhungern. (wieder gefasst) Gut, gut. (knurrig) Ich gebe dir das Kästchen.

Der Wurzelgeist überreicht dem Musikanten das Kästchen. Der Musikant nimmt es mit verschmitztem Lächeln und überreicht ihm im Gegenzug die Geige. Er verbeugt sich vor dem Wurzelgeist.

Musikant: Ich danke dir.

Musikant ab. Der Wurzelgeist stapft vor Wut mit dem Fuß auf.


 

Szene 6          WALD                                                          

Mit dem Schlaf der Prinzessin eilt der Musikant so schnell wie es geht zurück zum Schloss.

währenddessen: Umbau

 

Szene 7          SCHLAFZIMMER DER PRINZESSIN

Musikszene: Der Musikant eilt in das Schlafzimmer der Prinzessin. Die Prinzessin sitzt wie tot mit offenen Augen in ihrem Bett. Der Hofstaat hat bereits die Totenklage angestimmt.

Der Musikant öffnet schnell das Fläschchen und träufelt der Prinzessin den Schlaf in die Augen. Sie seufzt und schließt die Augen.

Tanzszene: Die Träume kommen, betten sie und decken sie zu.

Der Hofstaat verlässt das Zimmer, nur der König und der Musikant halten am Bett der Prinzessin Wache.

Die Träume tanzen um das Bett der Prinzessin, bis diese erwacht.

Erzählerin: Und die Prinzessin schlief acht Tage lang und der König und der Musikant wachten an ihrem Bett. Schließlich erwachte sie, frisch und munter ausgeruht.

Die Prinzessin erwacht. Sie reckt und streckt sich. Der König, der an ihrem Bett auf dem Stuhl eingenickt war, schreckt auf und umarmt sie. Fast weint er. Der Musikant erhebt sich von seinem Stuhl und wartet.  

König: Mein Kind! Mein geliebtes Kind! Du bist wieder gesund.

Prinzessin: Gesund und munter.

Der König wendet sich dem Musikanten zu.

König: Ich habe geschworen, dem Retter meiner Tochter jeden Wunsch zu erfüllen. Was wünschst du dir?

Musikant: Ich musste ja meine Geige beim Wurzelgeist lassen und ein Geiger ohne Geige ist …Majestät, ich bitte Euch um ein neues Instrument.

Der König klatscht in die Hände. Der Diener erscheint.

König: Man bringe mir sofort die beste Geige im ganzen Königreich.

Der Diener verneigt sich und eilt davon. In der Zwischenzeit haben die Prinzessin und der Musikant nur Augen füreinander. Der König schmunzelt.

König: Dein Wunsch ist sehr bescheiden. Gibt es noch etwas anderes, womit ich dir eine Freude machen kann?

Musikant (mit einem Blick auf die Prinzessin): Ich bin des Herumziehens müde. Wenn ich mir noch etwas wünschen darf, dann würde ich gerne hier am Hof bleiben und der Prinzessin manchmal vorspielen.

Prinzessin (klatscht vor Freude in die Hände): Au ja!

König: Ich sehe, wie gern ihr euch habt und mache euch einen anderen Vorschlag. Heirate meine Tochter und bleibe hier am Hof, aber nicht als armer Musikant, sondern als mein Nachfolger.

Der Musikant schaut die Prinzessin an. Sie fällt ihm in die Arme.

Musikant: Von Herzen gern nehme ich Euren Vorschlag an.

Musikszene: Der Hofstaat des Königs und alle Tiere des Waldes erscheinen, um die Hochzeit der Prinzessin und des Musikanten zu feiern.

ENDE

ÜBERLEGUNGEN ZU DEN MUSIK- UND TANZSZENEN

  1. Liebesthema: der Musikant spielt ein Liebesthema bei dem Versuch, die Prinzessin in den Schlaf zu wiegen, dieses wiederholt er allein im Wald (evtl. auch leicht abgewandelt und melancholischer)
  2. Tanzlied: in der Höhle des Wurzelgeistes spielt der Musikant ein Tanzlied, zu dem die Tiere tanzen und welches sich am Schluss in der Hochzeitsszene wiederholt
  3. Lied der Ärzte: Während die Ärzte die Prinzessin untersuchen, singen oder tanzen sie zu einer geschäftigen, aufgeregten Melodie, die sich langsam und in Moll als Totenklage wiederholt, wenn der Musikant mit dem Fläschchen Schlaf zurückkehrt
  4. Perkussion und/oder Sprechgesang bei Auszug und Rückkehr der Ritter
  5. Kinderlied, welches die Prinzessin auf ihrem Waldspaziergang summt und/oder singt.
  6. Melodie der Träume

Die Geige wird bei uns von einer ausgebildeten Bratschistin gespielt, das Kind auf der Bühne bekommt eine „gebastelte“ Geige als Requisit.