Schneeweißchen und Rosenrot – 4. Szene

Szene 4          WALDLICHTUNG

Alexander schlägt sich im Wald durch das Dickicht. Er kommt zu einem wunderschönen kleinen Talkessel, der im Hintergrund von einer steilen Felswand abgeschlossen wird. Vor dem Felsen liegt ein dicker Wurzelstrunk eines umgekippten Baumes. Oben auf dem Felsen hat ein Adler sein Nest gebaut. Alexander ist von der Schönheit des Ortes begeistert.

Alexander: Was für ein wunderschönes kleines Tal. Hier werde ich bleiben.

Alexander legt seine Waffen und sein Gepäck ab und breitet den Mantel auf der Erde aus. Dabei summt er leise vor sich hin.

Alberich, der Zwerg, lugt aus der Felswand und beobachtet Alexander. Dann schleicht er unbemerkt um ihn herum, so dass sein endlos langer Bart einen Kreis um Alexander und sein Lager bildet. Als der Kreis geschlossen ist, tritt er leise an ihn heran und klopft ihm auf die Schulter. Alexander fährt erschreckt herum.

Alberich: Was willst du hier?

Alexander verbeugt sich gekonnt.

Alexander: Mein Name ist Alexander und ich plane, die nächsten Tage hier zu nächtigen. Wie ist Euer werter Name.

Alberich: Ich bin Alberich und hier ist mein Reich und du hast ohne meine Erlaubnis die Grenze übertreten.

Alexander: Dann bitte ich jetzt um Eure geschätzte Erlaubnis.

Der Zwerg lacht höhnisch.

Alberich: Dazu ist es zu spät. Wer mein Reich betritt, verlässt es nicht wieder. (Er hebt die Hände und beginnt zu zaubern.)

Allerleirauh, Bärentraube,
ewig trage eine Haube
und ein Kleid aus Bärenhaut
dem wilden Tiere niemand traut.

Während des Zauberspruchs steht der Prinz hilflos in dem Kreis und kann sich nicht bewegen. Bei jeder Zeile verwandelt er sich mehr und mehr in einen Bären. Der Zwerg lacht hämisch.

Alberich: Jetzt kannst du dich solange in meinem Wald aufhalten, wie du willst. Nur verlassen würde ich ihn an deiner Stelle nicht, dann erwischen dich die Jäger des Königs.

Der Bär versucht, den Zwerg mit der Tatze zu hauen, doch er kommt nicht nahe genug an den Zwerg heran.

Alberich: Versuch es nur, du kannst mich nicht berühren. Gegen meine Zauberkraft kommst du nicht an.

Bär: Ich werde einen Weg finden, mich zu befreien.

Alberich: Den gibt es nicht. Der Zauber wirkt solange ich lebe.

Bär: Dann töte ich dich.

Alberich: Das haben schon andere vor dir versucht. Ohne Erfolg.

Wieder versucht der Bär, den Zwerg mit der Tatze zu erwischen. Es klappt nicht. Der Zwerg lacht und öffnet den Kreis einen Spalt breit. Dann scheucht er den Bären hinaus.

Alberich: Husch, husch zu deinesgleichen in den Wald.

Der Bär trottet davon.

Seelenruhig sammelt der Zwerg die Habseligkeiten des Bären ein. Als er den goldenen Reif in der Tasche des Bären entdeckt, betrachtet er ihn gierig.

Alberich: Wundervoll. Diese Schätze werden meinen Reichtum mehren.

Dann nimmt er alles und verschwindet damit durch einen Spalt in der Felswand.

weiter zu Szene 5

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