IRRLICHTER – Szene 2

Kai schlendert vom nahegelegenen Zeltplatz durch die Dünen und trifft auf Kathrin und ihre kleine Schwester Julia, die aus der anderen Richtung kommen. Kai trägt einen Buddeleimer mit Wasser, Kathrin ein aufblasbares Gummikrokodil.

Kai: Hi.

Kathrin: Hallo.

Kai: Kommt ihr auch vom Zeltplatz?

Kathrin nickt.

Kathrin (zeigt auf den Eimer): Was ist das?

Kai: Oh, ich sammel Quallen. Willst du mal gucken?

Kathrin schüttelt sich. Kai lacht.

Kai: Ich bin Kai.

Kathrin: Kathrin. Das ist meine Schwester Julia und das (mit einer Geste auf das Krokodil) ist Wasti.

Mara tritt hinzu. Sie hat einen Ball in der Hand.

Mara: Hi.

Kai (dreht sich um): Hallo.

Mara: Habt ihr Lust, Ball zu spielen?

Julia: Klar.

Sie beginnen zu spielen.

Tim, Annika und Susanne kommen in die Dünen und beginnen unweit der Ballspielenden mit großen Schaufeln eine Wasserburg zu bauen.

Beim Versuch einen sehr hohen Ball zu fangen, tritt Kathrin aus Versehen die gerade fertiggestellte Burg kaputt.

Tim: Hey, passt doch auf.

Kathrin: Tschuldiung.

Mara: Eigentlich waren wir zuerst hier.

Susanne: Der Strand ist doch wohl für alle da.

Julia: Ich helf euch, die Burg wieder aufzubauen.

Alle bauen gemeinsam die Burg wieder auf. Sie wird größer und schöner als beim ersten Mal.

In der Zwischenzeit kommen noch weitere Kinder vom Zeltplatz. Tine kommt als letzte, setzt sich etwas entfernt in den Sand und nimmt ihr Tagebuch und einen Stift. Doch statt zu schreiben, beobachtet sie die anderen.

Susanne dreht sie um, sieht Frederike und begrüßt sie.

Susanne: Hey.

Frederike: Hi, auch wieder hier?

Susanne: Klar, jedes Jahr. Meine Eltern sind Gewohnheitstiere. (zu den anderen) Lust auf Münchhausen?

Kai: Was ist denn das?

Susanne: Ein Ballspiel. Jeder, der den Ball bekommt, muss etwas über sich erzählen. Wenn der nächste glaubt, dass es falsch war, darf er Einspruch erheben. Liegt er richtig, scheidet der Lügner aus. Liegt er falsch, scheidet er selbst aus. Wer als letzter übrig bleibt, ist Münchhausen.

Kathrin: Klingt cool.

Die Kinder stellen sich auf und beginnen zu spielen. Tine schreibt in ihr Tagebuch.

Mara: Ich komme aus Karlsruhe.

Susanne: Ich heiße Susanne.

Tim: Ich war schon mal im Himalaya.

Kai: Das stimmt nicht.

Tim (grinst): Stimmt. Ich wollt mich mal in die Sonne legen.

Kai (lacht): Faulpelz. Ich geh schon aufs Gymnasium.

Kathrin: So alt bist du? Na gut, ich glaub’s mal.

Kai grinst.

Kathrin: Ich hab ein Pferd namens Pizza.

Frederike: Glaub ich nicht.

Julia: Stimmt aber trotzdem.

Hanna: Cool.

Tim hat in der Zwischenzeit Tine bemerkt, die wieder die anderen beobachtet anstelle zu schreiben, und geht auf sie zu.

Tim: Hi. (streckt ihr die Hand entgegen) Willst du auch mitspielen?

Tine (schaut zu Boden): Über mich gibt‘s nix zu erzählen.

Tim: Das glaub ich nicht.

Tine (überlegt einen Moment und nickt dann zustimmend): Ich bin Tine.

Tim nimmt Tines Hand und zieht sie hoch.

Tim: Ich bin Tim.

Gemeinsam gehen sie in den Kreis. Annika macht Tine Platz.

Annika: Komm neben mich.

Tim will sich auch daneben stellen.

Annika: Ey, du mogelst. Du warst doch schon ausgeschieden.

Tim schmollt. Der letzte wirft Tine den Ball zu.

Tine: Ehm, ich, ich … die Ferien hier sind toll.

Tine bricht in Tränen aus und verlässt den Kreis wieder. Die anderen hören auf zu spielen und scharen sich um sie.

Mara: Was ist denn los?

Tine: Nix.

Hanna: Davon heult man ja wohl nicht.

Tine: Na gut. Ich werd schon die ganze Zeit von zwei so komischen Typen verfolgt. Ich glaub … die wollen mich …. kidnappen oder so.

Sie schaut hilflos in die Runde.

Kai: Meinst du nicht, dass du dir das nur einbildest?

Tine schüttelt energisch den Kopf.

Kai: Also, ich glaub dir ja. Aber mal ehrlich … wir sind hier an der Ostsee und nicht in Südamerika.

Tine: Ich hab eben so ein Gefühl.

Kathrin: Hast du es deinen Eltern schon erzählt?

Tine: Die haben im Moment anderes im Kopf.

Klara: Was können sie in den Ferien schon groß zu tun haben?

Tine: Papa arbeitet gerade an einer kniffligen Studie für die Zulassung eines neuen Medikaments und Mama hat auf die Reise bestanden. Nun arbeitet er also hier weiter und Mama meckert darüber. Für mich bleibt da keine Zeit.

Tim: Du hast einfach zu viele Krimis geguckt.

Tine: Nein.

Susanne: Deine Eltern sind doch nicht reich oder so? Ich mein, warum sollte jemand ausgerechnet dich entführen wollen?

Tine (zuckt mit den Schulter): Nein. Keine Ahnung.

Kathrin: Du siehst Gespenster.

Tine bricht wieder in Tränen aus.

Tine: Ach lasst mich doch in Ruhe.

Tine packt ihr Buch und ihren Stift in ihre Tasche und rennt in die Dünen davon.

Inzwischen hinter den Dünen.

Maria (flüstert zu Frieda, die neben ihr hockt): Kommt mit.

Maria winkt unbemerkt von den Ferienkindern den anderen. Sie folgen Tine.

Die Ferienkinder stehen wie vor den Kopf geschlagen da.

Kai: Komisches Mädchen.

Klara (zuckt mit den Schultern): Spielen wir weiter?

Mara: Ich mag nicht mehr. Gehen wir schwimmen?

Tim (nickt): Wer zuerst im Wasser ist.

Alle Ferienkinder stürmen in Richtung Wasser. Die Spielsachen bleiben liegen.

weiter bei Szene 3

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